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  • Silvan Köppel verpasste bei diesem Kunstspektakel seinem Metall­drachen auch noch Flügel.
    Silvan Köppel verpasste bei diesem Kunstspektakel seinem Metall­drachen auch noch Flügel. (Bilder: Ulrike Huber)
  • Die Musiker verzauberten mit mythischen Jazz-Klängen, begleiteten ideal die Transformation des Drachens zu einem geflügelten Wesen.
    Die Musiker verzauberten mit mythischen Jazz-Klängen, begleiteten ideal die Transformation des Drachens zu einem geflügelten Wesen.
  • Silvan Köppel verpasste bei diesem Kunstspektakel seinem Metall­drachen auch noch Flügel.
  • Die Musiker verzauberten mit mythischen Jazz-Klängen, begleiteten ideal die Transformation des Drachens zu einem geflügelten Wesen.

Flügel für den Drachen

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Der Rheintaler Aktionskünstler Silvan Köppel vollendete eine im Herbst des letzten Jahres geschaffene Drachenskulptur.

Es zischte und fauchte, es rauchte und brannte. Kleine Funken, die typische Begleitung von Schweissarbeiten, flogen in alle Richtungen. Der «Eisenplastiker, Schrottbuur, Recycler» und Aktionskünstler Silvan Köppel veredelte und vollendete mit dem Schweissbrenner in der Hand einen von ihm im Herbst des letzten Jahres geschaffenen Drachen. Ein Drachen aus Metall, ein Stahlskelett dieses Urtiers, der augenscheinlich versucht, einen alten Volvo-Pkw in seine tödliche Umklammerung zu bringen.

Anfang vergangenen Herbstes hatten Volvo-Eggenberger-Geschäftsführer Erwin Grenacher und Silvan Köppel die Idee, die Übernahme von Volvo durch einen chinesischen Autokonzern durch eine Kunstskulptur zu ­visualisieren. Der Drache, der das Riesenreich China symbolisiert, ist eines der ältesten und ambi­valentesten Fabelwesen. Weise bewacht er mythische Schätze, freundlich ist er zu jenen, die ihm gut gesinnt sind. Aber seine Gegner verfolgt er mit Feuer und Härte. Der «China-Drachen» wurde noch im Herbst auf dem Werkstattgelände von Auto Eggenberger ausgestellt. Und jetzt wurden ihm im Zuge der Frühjahrsausstellung endlich Flügel verliehen. Nicht von Red Bull. Sondern von Silvan Köppel, seinem künstlerischen Vater.

«Dieses Fabelwesen, das sich mit einem schwedischen Auto auseinandersetzt, ist letztlich ein Produkt des Zeitgeistes, ein Abbild der heutigen Wirtschafts­situation. Es soll zum Nachdenken anregen. Darüber, dass China immer mehr europäische und auch schweizerische Unternehmen übernimmt. Und darüber, welche Gefahren darin stecken. Gefahren, die vor allem aus der mangelnden Ethik, dem mangelnden Respekt der Chinesen gegenüber der Natur, die nur ein Ausbeutungsobjekt darstellt, ausgehen», erläuterte Künstler Köppel vor Ort seine archaische Metallskulptur.

Etwa 110 Kulturbegeisterte, darunter auch Gemeindepräsident Bruno Seelos, machten dem «Kulturspektakel» ihre Aufwartung und wurden vom Eggenberger-Team liebevoll in der gemütlich herausgeschmückten Werkstatt begrüsst und mit Getränken, dem chinesischen Nudelgericht Mah Meh und heimischen Bratwürsten verwöhnt. Musikalisch untermalt wurde die Aktion durch live gespielte Jazz-Improvisationen. Mythische Klänge, die die Transformation des Metalldrachens zum geflügelten Wesen, die das Spektakel aus Licht und Feuer kongenial begleiteten und aus der Aktion einen Genuss für Auge und Ohr machten.

Gerhard Huber