Simon Vitzthum, wie kamen Sie in die Spitzengruppe beim grössten Profi-Eintagesrennen der Schweiz?
Wir hatten keinen klaren Leader im Nationalteam. Nationaltrainer Michael Albasini gab mir auf den Weg, aktiv zu fahren. In der ersten Steigung nach wenigen Kilometern brachen schon drei Fahrer aus. Auf leicht abfallender Strecke ergriff ich die Initiative – zuerst glaubte ich selbst nicht, dass ich wegkomme. Aber es klappte.Das Spitzentrio konnte sich ablösen; es ist nicht einfach, allein aufzuschliessen.
Nach sieben, acht Minuten schaffte ich den Anschluss. Hätte ich ein paar Minuten länger gebraucht, wäre ich explodiert. Die geglückte Verfolgung macht das Erlebnis noch schöner – sie zeigt, dass ich Mut hatte.Als die Favoriten zulegten, war’s um Sie geschehen.
Damit musste ich rechnen. Es waren einige World-Tour-Teams dabei, sie haben drei Ausreisser nahezu immer im Griff. Ich bin dennoch sehr zufrieden.Was ist denn der Sinn, in eine Fluchtgruppe zu gehen?
Für die Kollegen ist’s ein Vorteil, weil sie im Feld nicht nachführen müssen. Dem Team gibt’s TV-Präsenz – und mir selbst auch: Es ist schön für einen Sportler, wegen seiner Leistung im Rampenlicht zu stehen.Auch sportliche Leiter von Profiteams haben Ihre Leistung bestimmt registriert.
Das hoffe ich doch.