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Lienz

Das Wasserkraftwerk Lienz wird saniert.
Das Wasserkraftwerk Lienz wird saniert. (Bild: pd)

Fischwanderung bald in beide Richtungen

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Die SAK saniert das Wasserkraftwerk Lienz. Das kommt den Fischen zugute.

Die St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) startete am Mittwoch mit der Sanierung des Wasserkraftwerks Lienz am Rheintaler Binnenkanal. Die vorgesehenen baulichen Massnahmen werden die Fischgängigkeit am Kraftwerk massgeblich verbessern, schreibt das Unternehmen. Die Umbauarbeiten wurden vom Bundesamt für Umwelt (BAfU) geprüft und freigegeben. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis Herbst 2022.

Was bisher nur flussaufwärts möglich war, soll nach Fertigstellung der Umbauarbeiten in beiden Richtungen möglich sein: die Fischwanderung. Mit der Sanierung des Wasserkraftwerks Lienz verbessert die SAK die Fischgängigkeit am Kraftwerk. Während des geplanten einjährigen Bauprojekts wird eine neue Fischtreppe und ein Umgehungsgewässer sowie eine Fischabstiegsklappe erstellt. Künftig wird ein neues Leitrechensystem die Tiere zum neuen Abstiegskanal lotsen.

Lienz ist nur der Anfang

Der Rheintaler Binnenkanal ist ein wichtiges Gewässer für viele Fische, bestätigt Ralph Egeter, Leiter Projektentwicklung SAK: «Hier leben 23 einheimische Fischarten, darunter auch vom Aussterben bedrohte Arten wie die Nase, Bitterlinge oder der Aal.» Bisher sei es diesen nur möglich, sich flussaufwärts über eine Fischtreppe zu bewegen. Die Lösung sei gemäss Egeter nicht optimal gewesen.

Mit dem Sanierungsprojekt am Wasserkraftwerk Lienz will die SAK die Fischwanderung sowohl flussauf- als auch flussabwärts massgeblich verbessern. Das Kraftwerk Lienz markiert dabei nur den Anfang der geplanten Massnahmen. In den nächsten drei Jahren wird die SAK auch die Kraftwerke Blatten und Montlingen sanieren und damit den Fischen die durchläufige Wanderung im Rheintaler Binnenkanal in beide Richtungen ermöglichen, heisst es seitens des Unternehmens.

Binnenkanal wird provisorisch umgeleitet

In einem ersten Schritt wird die Turbine des Kraftwerks ausgebaut und durch ein Durchlaufrohr ersetzt. Anschliessend wird der Kanalabschnitt rund um das Wehr mittels provisorischen Dämmen abgedichtet und der Binnenkanal durch das Rohrsystem des Kraftwerks geleitet. Diese initialen Arbeiten dauern bis Ende Oktober. Ab November sollen die nötigen Sanierungsarbeiten am Stauwehr im Trockenen durchgeführt werden, um eine Trübung des Wassers zu verhindern. Gemäss Bauplan wird die provisorische Wasserumleitung im Frühjahr 2022 umgestellt, sodass das Wasser wieder über das Wehr abfliessen kann. Gleichzeitig wird ab November auch das neue Umgehungsgewässer für den Fischaufstieg gebaut und oberhalb des Kraftwerks direkt mit dem Binnenkanal zusammengeschlossen. Unterhalb des Kraftwerks verbindet die Fischtreppe das Umgehungsgewässer mit dem Binnenkanal. Dadurch kann der Fisch über die Fischtreppe und das renaturierte Umgehungsgewässer in den Oberlauf des Binnenkanals aufsteigen und weiter oben Laichplätze suchen. Das komplette Sanierungsprojekt am Kraftwerk Lienz dauert voraussichtlich bis Oktober 2022.

Bund zahlt Sanierung

Die Sanierungsprojekte der Kraftwerke Lienz, Blatten und Montlingen erarbeitete die SAK in enger Zusammenarbeit mit den BAfU und dem Amt für Wasser und Energie (AWE) des Kantons St. Gallen. Die Kosten der Sanierung am Kraftwerk Lienz betragen rund 3 Mio. Franken und werden vom Bund übernommen. Ergänzend wird die SAK für den temporären Ausfall und Einbussen entschädigt. (pd/red)

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