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Widnau

  • Vor der Fahrt mit der Museumsbahn stärkten sich die Vernissagegäste beim Apéro.
    Vor der Fahrt mit der Museumsbahn stärkten sich die Vernissagegäste beim Apéro. (Bilder: Ulrike Huber )
  • Vor der Fahrt mit der Museumsbahn stärkten sich die Vernissagegäste beim Apéro.
    Vor der Fahrt mit der Museumsbahn stärkten sich die Vernissagegäste beim Apéro. (Bilder: Ulrike Huber )
  • Vor der Fahrt mit der Museumsbahn stärkten sich die Vernissagegäste beim Apéro.
  • Vor der Fahrt mit der Museumsbahn stärkten sich die Vernissagegäste beim Apéro.

Fische und Kunst im Rheinvorland

Gerhard Huber Kommentare

Mit einer aussergewöhnlichen Vernissage wurde am Freitag «artur017» eröffnet. Eine Ausstellung in Form eines Kunstwegs, der im Rheinvorland von Widnau bis Lustenau führt. 14 Objekte, die zum Denken verführen.

Gerhard Huber

Es ist in jeder Hinsicht eine mutige und extravagante Ausstellung, die am Freitagabend eröffnet wurde. Den vielen Vernissagegästen, die sich beim Gasthof Habsburg in Widnau versammelten, wurden auf der Fahrt mit dem Museumsbähnli der Rheinbauleitung zum Rheinbauhof Lustenau die Kunstobjekte präsentiert. Wie an einer Perlenkette am Ufer des Neuen Rheins im Rheinvorland aufgereiht, waren abstrakte und skurrile, reale und fantasievolle Skulpturen zu sehen. Jedem Künstler war vorgegeben worden, seine Installation zum Thema «Wir und der Rhein» aus Material vom Rheingeschiebe, also aus Schwemmholz, Steinen, Sand etc. und je 125 m ungehobelten Dachlatten zu gestal­-ten. Ausgerechnet 125 Meter? Ja, denn die Ausstellung ist eine von vielen Veranstaltungen im Rahmen des Jubiläums «125 Jahre Rheinregulierung».

Fischgerippe am Widnauer Zoll mit Anerkennungspreis

«Sechs Künstler aus dem Vierländereck wurden durch eine fünfköpfige Fachjury ausgewählt und sechs renommierte Kulturschaffende wurden eingeladen», erläuterte Ausstellungskurator und Widnauer Original Kuspi (Kurt Spirig). Dazu kommen noch Momentkünstler. Und auch die Strafanstalt Saxerriet hat mit ihrem Fischgerippe, das direkt am Widnauer Zoll steht, teilgenommen und bereits einen Anerkennungspreis gewonnen. Kurt Spirig war bereits der Kurator der Ausstellung «Rheinart 97», die vor zwanzig Jahren stattgefunden hatte, und somit die erste Wahl der Internationalen Rheinbauregulierung bei der Suche nach einem Ausstellungsmacher. Die zur Vernissage geladenen Ausstellungskiebitze waren erstaunt und begeistert, was da alles durch die Fenster der Museumsbahn zu sehen war. Wie etwa die Installation von Otto Sohm und Wolfgang Flor. Aus alten Werkzeugen des Rheinbauhofs sind Sägefische und anderes Flossengetier entstanden. Dazu eine aus den Dachlatten gefertigte 125 Meter lange Sitzbank. Ein Ort zum Verweilen und zum Träumen. Von den Abenteuern des Odysseus. Von Arielle, der Meerjungfrau. Oder von eigenen Erlebnissen auf Meer und See.

Kunst ist nicht nur für Kulturliebhaber da

Tatsächlich befolgten die Besucher die Aufforderung von Kurt Spirig, «geniesst alles, was ihr heute bekommt, hört und seht.» Denn schliesslich sieht man nicht alle Tage einen grenzüberschreitenden Kunstweg. Dies beton­- te auch Gemeindepräsidentin Christa Köppel, zugleich Präsidentin der Rheintaler Kulturstiftung, denn «Kunst ist nicht nur für Kulturliebhaber, sondern für alle da. Und diese Kunstpräsentation ist für jeden einen Ausflug wert.» Sie verglich das Kunstwerk der Ausstellung «artur017» mit dem «Kunst»-Werk Neuer Rhein. Was Kurt Fischer als Bürgermeister von Lustenau nur bestätigen konnte und darauf hinwies, dass es sich hier um eine aussergewöhnlich mutige Ausstellung handle. «Denn genau vor einem Jahr, am 17. Juni 2016, hätte der damals über die Innendämme getretene Neue Rhein alle Kunstwerke einfach weggespült.» Bis zur Finissage der Ausstellung am 26. August sind noch viele Aktionen rund um den Kunstweg vorgesehen.

Mehr Bilder auf rheintaler.ch; Infos unter www.artur017.ch