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Rebstein

«Dänn nämmer halt witerhin üsas Rebschter Bier»: Sumpfhuhn, Zapfhahn und die andern Obervögel.
«Dänn nämmer halt witerhin üsas Rebschter Bier»: Sumpfhuhn, Zapfhahn und die andern Obervögel. (Bild: Max Tinner)

Fasnächtliche Kritik am Nein der Marper

Auswahl: Max Tinner Kommentare

Verschmähte Liebe kann Folgen haben. Die Rebsteiner Fasnächtler teilen jedenfalls in Versform gehörig gegen ihre Nachbarn aus, die nicht mit ihnen den Bund der Gemeindevereinigung eingehen wollten.

In den Reimen der Obervögel-Körnlibank und in den Beiträ­- gen der Fasnachtszeitung «Dr Räbschter Beobachter» ging es dieses Mal nicht nur um Fehltritte und Missgeschicke von Vereinsmitgliedern und anderen Dorfbewohnern. Ein Thema wurde gleich mehrfach aufgegriffen: Die gescheiterte Fusion Rebsteins mit Marbach.

«Marbach ade» titelte etwa die Gruppe Sumpfhuhn der Obervögel:

«Isch da an Tumult gsi bi Ma und Frau. Vili händ sich ufgregt grün und blau. Wäg dära Fusion isch fascht Kriegsstimmig ufko. Sogär Familie-Striit hegs z’Marpa gä, han i verno. Mör Obervögel nehmid’s ruhig und tönd witerhin üsas Sunnabräu-Bierli nä – und sind eigentli ganz froh, mönd mör nöd au no an Saftlada überneh.»

Auch eine zweite Verseschmiede-Gruppe der Obervögel, die Zapfhähnler, machten sich ihre Gedanken zur gescheiterten Fusion:

«Mör Obervögel sind z’ Räbschta witerhin heiter und froh, wil d’Fusion mit da Marper nöd isch cho. Und da isch au das Guati dra. Dia hön nämlich gär nünt, wo mör müastid ha.»

Im «Räbschter Beobachter» fragt man sich derweil, ob die Abstimmung zur Hornkuh-Initiative, die gleichzeitig stattfand, in Marbach einen Einfluss auf die Fusions­abstimmung hatte:

«Ma hett gschmunzlet und het gmeint as seg a Illusion, woma d’ Wahlunterlaga glesa hett zu da Gmeindsfusion. Ma mues sich nämlich au no a da Urna entscheida, öb’s Horn söll weg vu da Küah, und die Volksentscheidig macht eim fascht no mehr Müah. Me stosst sich d’ Hörner ab und frögt sich nochträglich mit Entsetza – händ üs d’Marper uf d’Hörner wella neh oder üs sogär d’Hörner ufsetza?»

Ausserdem reimte die Redaktion des «Räbschter Beobachters» noch dies:

«Isches nöd grossartig, wa ma mit üsere Demokratie so alles cha erreicha?! Jetzt natürlich ohni do irgend ama Marper persönlich wöla as Bei z’seicha. Mitera Fusion hemmer zäma wöla Finanza und Abläuf optimiera und tuet för a intensivi Prüefig ganz, ganz vil Zit und Geld inveschtiera. Und wenn denn alli Argument und Parteia nu Postivs tüend säga, denn stimmt ma als Marper halt zum Trotz dagäga. Wärid all di schlaua Lehrer und Präsidenta doch scho vor 5 Johr ‘s erscht mol go wähla, denn hetit si sich im Dorf nöd gegasitig so mösa quäla. Und vil Ziit und Geld hättid mer alli o könä spara. Jo d’Obervögel gebeds zua, si sind halt doch nöd di gröschta Narra!»

Die Sumpfhühner der Obervögel stellten sogar einen Zusammenhang her zwischen der gescheiterten Fusion und dem Leiterwagen, der dem Rebschter Samichlaus gestohlen worden war:

«Au mör Obervögel händ intensiv recherchiert, was ächt mit em Leiterwägeli vum Samichlaus isch passiert. Üse Gmoandli benimmt sich sither scho e chli verdächtig: Het er üsi Fusionsmillione mit em Wägeli zrugg brocht uf St. Galla nächtig?»

Ähnlich klingt’s von der Gruppe Zapfhahn:

«Öppert stiehlt sogar ‘s Leiterwägeli vom Samiklaus und au d’Marper bliibid das Johr ohni Applaus. Si klauid üs Räbschter nämlich einigi Fusionsmilliona. Drum ischs Flonerläba vorbi und mör tönd si ab sofort nüma schona.»

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