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Walzenhausen

Clemens Wick, Roger Rüesch und Daniel Frunz (v. l.) mit dem Gutschein des Gemeinderats.
Clemens Wick, Roger Rüesch und Daniel Frunz (v. l.) mit dem Gutschein des Gemeinderats. (Bild: io)

Fasnachtsbeginn mal anders

Iris Oberle Kommentare

Nicht die Fasnacht gab am 11. 11. Anlass zu einer Feier: Die Elektra lud zum 111-jährigen Bestehen von elektrischer Energie im Dorf ein. Der Aufwand hat sich gelohnt.

Iris Oberle

Rund hundert Personen fanden sich um 11.11 Uhr im Zelt bei der HBB ein. Betriebsleiter Daniel Frunz begrüsste die Besucher mit einem Blick zurück in die Geschichte der Entstehung der Elektra Walzenhausen. So begann das neue Zeitalter des einheimischen Stroms im Herbst 1906: Die «elektrische Kraft- und Lichtversorgung Walzenhausen AG» war geboren. Diese versorgte aber nur das Zentrum von Walzenhausen. Ein Jahr nach deren Gründung wurde mit der «Kraftversorgung Bodensee-Thurtal AG» ein Liefervertrag abgeschlossen. Zwei Jahre später entstanden die «Elektra Lachen AG», die den Ortsteil Lachen erschloss, sowie die «Platz Licht AG», die auch den letzten verbliebenen Teil Walzenhausens, den Platz, erhellte. Zusätzlich wurde Büriswilen bedient.

Nur noch ein einziger «Stromriese»

1934 erhielt der Gemeinderat den Auftrag, die Stromversorger zu einem einzigen Unternehmen zusammenzubringen. 1938 war es so weit: Die Gemeinde übernahm sämtliche Aktien der drei Gesellschaften; die Elektra Walzenhausen war geboren. Seit 2002 ist die Elektra eine öffentlich-rechtliche Anstalt, die selbstständig geführt wird, jedoch zu 100 % im Besitz der Gemeinde ist. «Dies hat viele Vorteile», wie Frunz berichtet. So obliegt die Aufsicht über die Elektra einem Verwaltungsrat, der vom Gemeinderat gewählt ist.

Der Verwaltungsratspräsident Clemens Wick begrüsste eine nicht alltägliche Konstellation der Gemeindeführung: den Vize- Gemeindepräsidenten Roger Rüesch, den designierten Gemeindepräsidenten Michael Litscher sowie den Ende September abgetretenen ehemaligen Gemeindepräsidenten Hansruedi Bänziger. Daneben die langjäh­rigen Verwaltungsräte Thomas Baselgia, Marcel Jüstrich, Markus Schwendimann sowie Roger Widmer. «Ich bin stolz, dass ich zu diesem besonderen Jubiläum begrüssen darf. Vor allem die letzten zehn Jahre waren eine Erfolgsgeschichte. Und diese war massgeblich geprägt von dir, Dani, und deinem Team», so Wick. So sei vor zehn Jahren die Erschliessung der Glasfaser vorangetrieben worden. «Bis heute sind schon über 100 Kilometer verlegt und mehr als 500 Gebäude erschlossen. In dieser Zeit wurden 3,2 Millionen Franken in den Ausbau und Unterhalt investiert. Und mit den über 3,4 Millionen Franken Abgaben an die Gemeinde hat die Elektra zu einem grossen Teil der gesunden Finanzen unserer Gemeinde beigetragen.» Zum Schluss seiner Rede dankte er der Bevölkerung für ihre Kundentreue, aber auch den zahlreichen Firmen, die der Elektra das Vertrauen geschenkt haben.

Vize-Gemeindepräsident übergab einen Check

Zu guter Letzt dankte Roger Rüesch Daniel Frunz und seinen Mitarbeitenden für die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Er übergab im Namen des Gemeinderates einen Check für einen Teamanlass. Auch den Ver­- waltungsräten sprach Rüesch ein Lob aus, besonders denen, die in diesem Jahr ihr Zehn-Jahr-Jubiläum feiern durften.

Im Hinblick auf die bevorstehende Abstimmung bat Frunz die Bevölkerung um ihre wohlwollende Stimme zum Aus- und Erweiterungsprojekt des Werkhofs im Almendsberg. Sollte das Volk dem Vorhaben zustimmen, wird die Elektra den oberen Stock des Werkhofs mieten und den gesamten Netzbau in den Almendsberg verlegen. Ein Projekt, auf das lange hingearbeitet wurde.

Dann luden die Mitarbei­tenden im Geschäftshaus im Güetli samt Trafostation sowie im Depot im Kehr ein, Fragen rund um die elektrische Energie zu beantworten.

Natürlich war auch für das leibliche Wohl im Festzelt gesorgt. Dabei dürfte bei Gesprächen rund um den Strom so manch einem ein Licht aufgegangen sein.