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Marbach und Rebstein prüfen die Vor- und Nachteile einer allfälligen Gemeindevereinigung umfassend. Beim Start-Workshop wurden die Themen erfasst, die die Bevölkerung in diesem Zusammenhang beschäftigen.
Marbach und Rebstein prüfen die Vor- und Nachteile einer allfälligen Gemeindevereinigung umfassend. Beim Start-Workshop wurden die Themen erfasst, die die Bevölkerung in diesem Zusammenhang beschäftigen. (Bild: pd)

Fakten für Fusion sammeln

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Die Gemeinden Marbach und Rebstein haben von der Bürgerschaft den Auftrag erhalten, eine Gemeindevereinigung zu prüfen. Um die Vor- und Nachteile zu erkennen, fand kürzlich ein Workshop statt.

Die Bürgerinnen und Bürger von Marbach und Rebstein sollen die Katze nicht im Sack kaufen, wenn es um den Zusammenschluss der beiden Gemeinden geht. Deshalb werden in verschiedenen Gremien die Folgen einer Gemeindefusion zusammengetragen und erörtert. Die Informationen sollen den Bürgerinnen und Bürgern als Entscheidungsgrundlage dienen.

Informationen seriös und umfassend analysieren

«Uns ist wichtig, anhand von ­Fakten abstimmen zu lassen. Egal ob diese für oder gegen eine Fusion sprechen», sagte der Marbacher Gemeindepräsident Alexander Breu. Alle Informationen seriös und umfassend zu analysieren, braucht Zeit. Den Auftrag für diese Abklärungen haben die Räte beider Gemeinden vergangenen Juni an der Grundsatzabstimmung von den Bürgerinnen und Bürgern bekommen.

Um vermeintliche Nachteile und Chancen aufzulisten, fand kürzlich der sogenannte Start-Workshop statt. Bei diesem engagierten sich die Begleitgruppe, der Lenkungsausschuss, die Mitglieder der Teilprojekte, die Gemeinderäte Marbach und Rebstein sowie die Schulräte der Oberstufe und der Primarschulen Marbach und Rebstein.

«Ziel war es, die Stärken und Schwächen von Marbach und Rebstein sowie Vor- und Nachteile einer Gemeindevereinigung aus Sicht der Bevölkerungsvertreter zu erfahren. Diese Punkte sollen in den weiteren Schritten berücksichtigt werden», sagte Breu. Es stellte sich heraus: Die Marbacher schätzen besonders die Attraktivität der Wohngemeinde, die Schule und die Kulturbühne. Schwächen orten die Workshop-Teilnehmenden beim Steuerfuss, beim regionalen Einfluss sowie beim öffentlichen Verkehr.

In Rebstein steht nebst den Einkaufsmöglichkeiten und dem aktiven Gewerbe ebenfalls die Schule sehr hoch im Kurs. Als Schwäche bezeichnen die Teilnehmenden den Durchfahrts-Dorf-Charakter, den fehlenden Dorfkern und den Ausländeranteil.

Schulqualität steht ganz oben auf der Liste

Die 65 Workshop-Teilnehmenden machten sich nicht nur Gedanken über Bestehendes, sondern auch über Vor- und Nachteile einer Fusion. Es stellte sich heraus, dass die Abnahme der Stimmkraft jedes einzelnen Bürgers sowohl die Marbacher als auch die Rebsteiner beschäftigt. Die Marbacher befürchten zudem, die Schulqualität könnte unter einem Zusammenschluss leiden und der Ausländeranteil steigen. Als Vorteil werten die Teilnehmenden, Marbach und Rebstein würden mit einer Fusion in der Region und im Kanton an Bedeutung gewinnen. Auch ­einen tieferen Steuerfuss sowie die Möglichkeit, zukunftsweisende Projekt anpacken zu können, wurden als mögliche Folgen eines Zusammenschlusses aufgelistet.

Die Rebsteiner hingegen sehen längere Schulwege, gleichbleibende oder steigende Kosten sowie die zunehmende Anonymität als Nachteil. Als Vorteil bezeichnen sie die Effizienzsteigerung der gemeindeeigenen Betriebe, die kulturelle Aufwertung, das Bündeln des Fachwissens in den Behörden und der Verwaltung sowie die kleinere Anzahl von Behördenmitgliedern.

«Für uns ist wichtig, von Beginn weg die Bedürfnisse, Anregungen und Befindlichkeiten von verschiedenen Gruppierungen abzuholen», sagt der Marbacher Gemeindepräsident, der die Projektleitung inne hat. Deshalb sei dieser Start-Workshop durchgeführt worden.

Relevante Themen aufarbeiten

Anhand beim Workshop gewonnener Erkenntnisse werden die Bürgerinnen und Bürger von Marbach und Rebstein zu gegebener Zeit entscheiden können, ob die Gemeindevereinigung umgesetzt werden soll oder beide Gemeinden auch in Zukunft den eigenen Weg gehen sollen.

Bis irgendwann abgestimmt werden kann, braucht es noch etwas Zeit, es sind weitere vertiefte Abklärungen in den Teilprojekten nötig. (pd)

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