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Altstätten

Fagetti kandidiert für den Nationalrat

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Der im Rheintal aufgewachsene und hier auch beruflich tätig gewesene Journalist Andreas Fagetti tritt in Nidwalden überraschend zu den Nationalratswahlen an. Sein einziger Gegner ist ein «Weltwoche»-Mitarbeiter.

Andreas Fagetti verbrachte seine Jugendjahre in Lienz. In Altstätten besuchte der Sohn eines Lehrers die Sekundarschule, als junger Erwachsener lebte er hier während einigen Jahren.

Der heute 55-Jährige begann Mitte der Achtzigerjahre als freier Journalist, belieferte zunächst die „Rheintalische Volkszeitung“ mit Beiträgen und war nacheinander bei mehreren Medienunternehmen als Redaktor tätig. Bei der damaligen „Ostschweiz“ in St.Gallen arbeitete er ebenso  wie beim „Rheintaler“ und beim „St.Galler Tagblatt“. Von hier wechselte Andreas Fagetti vor einigen Jahren zur Zürcher WOZ, für die er noch immer tätig ist.

Dass Fagetti ausgerechnet in Nidwalden zu den Nationalratswahlen antritt, hat nichts mit seiner Herkunft zu tun – Fagetti ist Rheintaler mit Bergeller Wurzeln. Die Kandidatur ist vielmehr ein Angriff auf die SVP und die SVP-nahe «Weltwoche»: Vor vier Jahren luchste der Historiker und «Weltwoche»-Mitarbeiter Peter Keller der FDP den einzigen Nidwaldner Nationalratssitz ab.

Fagettis Kandidatur wird die politische Landschaft in Nidwalden allerdings kaum auf den Kopf stellen. Der St.Galler trete «nicht einmal mit Aussenseiterchancen an», schreibt die NZZ. Nach eigenem Bekunden geht es dem ehemaligen SP-Mitglied Fagetti aber in erster Linie darum, den Nidwaldnern überhaupt eine Wahl zu ermöglichen. «Eine Wahl mit einem einzigen Kandidaten ist keine Wahl», sagt er auf Anfrage. Seine Liste trägt denn konsequenterweise auch den Titel «Demokratie ermöglichen».

Er lässt aber keinen Zweifel, dass es ihm ernst ist mit dem Wahlkampf gegen Keller: Sein privates Facebook-Profil hat er gelöscht, bei weiteren Fragen verweist er auf die nächste Ausgabe der WOZ: Dort soll im grossen Stil die Werbetrommel für die Kandidatur gerührt werden. (gb/ar)