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Altstätten

Ulrich Tilgner warnt vor IS-Rückkehrern. Die Schweiz dürfte seiner Ansicht nach allerdings kaum von Terroranschlägen betroffen sein. Nicht nur Pepe Sonderegger (links) von der KS Treuhand AG wird froh sein, wenn Tilgner damit recht behält.
Ulrich Tilgner warnt vor IS-Rückkehrern. Die Schweiz dürfte seiner Ansicht nach allerdings kaum von Terroranschlägen betroffen sein. Nicht nur Pepe Sonderegger (links) von der KS Treuhand AG wird froh sein, wenn Tilgner damit recht behält. (Bild: Max Tinner)

Es ist noch nicht ausgestanden

Max Tinner Kommentare

Viele würden sich hüten, in den Mittleren Osten zu reisen. Ulrich Tilgner war als Auslandskorrespondent für ZDF und Schweizer Fernsehen über 20 Jahre dort. Gestern referierte er am Jahres-Kick-off der KS Treuhand AG.

Max Tinner

Die Bilder aus dem Mittleren Osten und v on den Flüchtlingsströmen, die täglich in den Medien zu sehen sind, verstören. Hilfe beim Einordnen der Geschehnisse und eine Einschätzung, was noch zu erwarten ist, bot gestern die KS Treuhand AG. Für ihren Jahres-Kick-off-Anlass hat sie Ulrich Tilgner nach Altstätten eingeladen, welcher an die 30 Jahre lang für das ZDF und das Schweizer Fernsehen aus dem Orient berichtet hat.

Nach dem Krieg im Orient der Terror im Westen

Für Tilgner ist die Ausbreitung des Islamischen Staats letztlich eine unbeabsichtigte Folge der amerikanischen Intervention im Irak. Er geht aber davon aus, dass der IS dieses Jahr herbe Rückschläge erleiden und es kein zusammenhängendes IS-Gebiet mehr geben wird. Damit wird es aber nicht ausgestanden sein: Ulrich Tilgner warnt vor den freiwilligen IS-Milizen, die als potenzielle Terroristen in ihre Heimatländer zurückkehren werden.

Die Schweiz werde davon allerdings kaum betroffen sein: Von den 80, wenn es hoch komme 90 freiwilligen IS-Kämpfern von hier dürfte nur etwa ein Drittel überlebt haben, schätzt Tilgner. Von diesen dürften 20 mit dem IS nichts mehr zu tun haben wollen. Von den verbleibenden zehn dürfte die Hälfte von den Behörden erwischt werden. Die restlichen fünf dürften sich wieder in die Gesellschaft integrieren. Die Schweiz sei mit ihrem Wohlstand enorm integrationsfähig, meinte Ulrich Tilgner.

Europa braucht eine kluge Einwanderungspolitik

Gerade dieser Wohlstand, nicht nur jener der Schweiz, sondern jener in Europa generell, werde aber weiterhin Migranten anziehen. Nicht nur aus den Kriegsgebieten im Mittleren Osten, sondern auch aus Afrika. Und das werde nicht aufhören, solange Europa zu keiner vernünftigen Einwanderungspolitik finde. Vorbild für eine solche könnten nach Ansicht Ulrich Tilgners etwa die USA, Kanada, Australien oder Neuseeland mit ihren Greencard-Systemen sein.

Der KS-Kick-off ist schon Tradition. Der Anlass biete der KS Treuhand Gelegenheit, Kunden und Geschäftspartnern für die Zusammenarbeit zu danken, meinte Stefan Hutter, Partner bei KS. Der diesjährige war mit rund 340 Teilnehmenden sogar der bislang bestbesuchte. Für Ulrich Tilgner war es gleichzeitig einer der letzten öffentlichen Auftritte überhaupt. Er setze sich altershalber zur Ruhe, sagte er. Dies gilt auch für Hans Keel, den Patron der KS Treuhand. Er wurde vom Team mit einem Porsche beschenkt – einem aus weit über 2000 Lego-Technic-Einzelteilen zum Zusammenbauen.

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