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Während einer kurzen Konzentrations- und Koordinationsübung: Marathonläufer Viktor Röthlin bringt Wirtschaftswissenschafter Pepe Sonderegger
Während einer kurzen Konzentrations- und Koordinationsübung: Marathonläufer Viktor Röthlin bringt Wirtschaftswissenschafter Pepe Sonderegger (Max Tinner)

Erfolgstips vom Marathonmann

Max Tinner Kommentare

Für ihren Jahres-Kick-off hat die KS Treuhand AG den Marathonläufer Viktor Röthlin eingeladen. Die über 200 Gäste bekamen vom Innerschweizer Spitzensportler Tips für eigene Erfolge – nicht nur im Sport, sondern auch im Alltag.

ALTSTÄTTEN. Ein Marathonlauf ist nicht nur ein Wettlauf gegen andere Sportler, sondern auch ein Kampf gegen sich selbst. Viktor Röthlin war passionierter Marathonläufer, bis ihn eine doppelte Lungenembolie zwang, vom Hochleistungssport zurückzutreten. Aber selbst mit eingeschränkter Lungenleistung wurde er zum Abschluss seiner Spitzensportkarriere noch Europameister. Beim Jahres-Kick-off der KS Treuhand AG gestern im Altstätter Sonnensaal zeigte er, wie man dermassen erfolgreich wird: mit einem Training, das einen für den Tag, an dem es drauf ankommt, fit macht.

Der Maler muss jeden Tag ran

Im Berufsleben sei ein solches Training mindestens so wichtig wie im Sport, meinte der Marathonmann. Ein Berufstätiger – Röthlin nahm als Beispiel einen Maler – habe schliesslich nicht nur an einigen Tagen im Jahr eine Bestleistung zu erbringen, sondern täglich. Zu solcher beitragen könne auch ein wenig Sport. Man müsse nicht gleich zum Langstreckenläufer werden. Nur schon dreimal 20 Minuten Sport pro Woche mache einen fitter und leistungsfähiger.

Nicht mit dem Dach anfangen

Damit zu beginnen sei es nie zu spät, meinte Röthlin. Immerhin sei das Laufen etwas vom Natürlichsten überhaupt. Der Mensch sei geradezu dafür geschaffen. Trotzdem könne man dabei vieles falsch machen, sowohl hinsichtlich der Häufigkeit der Trainings als auch hinsichtlich deren Dauer und Intensität. Gerade Einsteiger würden sich oft zu viel aufs Mal zumuten, statt sich kontinuierlich zu steigern. Baue jemand ein Haus, müsse er ja auch zunächst das Fundament trocknen lassen, bevor er einen ersten, zweiten und vielleicht auch noch dritten Stock darauf baue. «Beim Laufen wollen aber viele grad schon die Dachlatten annageln», meinte Röthlin.

«Erst mal besser sein als ich»

Wesentlich für den Erfolg – sei es im Sport oder im Alltag – ist nach Ansicht Viktor Röthlins eine positive Einstellung. Oft machten Leute auf ihn den Eindruck, sie gingen nur zur Arbeit, weil sie dazu gezwungen seien. Im Sport sei es nicht anders. In den Garderoben von Sportanlagen werde schon vor dem Training über eine schlechte Verfassung geklagt, statt zu sagen: «Jungs, wer heute gewinnen will, muss erst mal besser sein als ich!»

Auch eine bewusste Ernährung nannte Röthlin als Faktor für die Fitness im Sport und im Alltag. «Man nimmt nicht zwischen Weihnachten und Neujahr zu – sondern zwischen Neujahr und Weihnachten.»

Weiter riet er, die Erholung nicht zu vernachlässigen: «Training allein macht nicht besser, sondern nur müde.» Es brauche auch die Ruhe zwischen den Trainingsphasen, meinte Röthlin: «Nehmen Sie sich Zeit für Familie und Freunde – Zeit, zu leben.» Ein letzter Rat betraf die Zufriedenheit: «Ärgern sie sich nicht, wenn jemand anders die Goldmedaille gewinnt – auch die Silbermedaille ist ein Erfolg.»

Stefan Hutter und Pepe Sonderegger, beide Mitglieder des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung der KS Treuhand AG, verglichen Viktor Röthlins Erfahrungen mit selbst Erlebtem. Oft stehe man am Start, dann und wann müsse man vielleicht auch aufgeben – aber nur, um danach wieder aufzustehen und sich motiviert Neuem zuzuwenden. Von der KS Treuhand erwarteten die Kunden Spitzenleistungen – und dieser Erwartung wolle man gerecht werden.

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