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Thal

Beim Wakeboarden wird der Athlet von einem Schiff mit einem Seil gezogen, springt über die erzeugte Welle und zeigt Tricks. Jeromé Foré kann das besser als viele andere Schweizer – und darf sich in Italien mit der Weltelite messen.
Beim Wakeboarden wird der Athlet von einem Schiff mit einem Seil gezogen, springt über die erzeugte Welle und zeigt Tricks. Jeromé Foré kann das besser als viele andere Schweizer – und darf sich in Italien mit der Weltelite messen. (Jay__199)

Er startet erstmals an einer WM

Remo Zollinger Kommentare

Der 19-jährige Thaler Wakeboarder Jeromé Foré misst sich im mittelitalienischen Rieti mit den Besten der Welt.

Erleichtert sei er, erzählt Jeromé Foré beim Treffen in einem Rorschacher Café. Und gespannt, ja fast schon nervös. Zwei Dinge prägen sein fröhliches Gemüt: Einerseits hat der junge Thaler kürzlich sein Diplom zum Schulabschluss bekommen. Andererseits wird er an der Weltmeisterschaft vom 25. bis 30. Juli in Rieti starten. Zum ersten Mal überhaupt.

«Es ist ein Traum, der in Erfüllung geht. Ich freue mich extrem darauf, mich mit den Besten der Welt zu messen», sagt Jeromé Foré. Der 19-Jährige arbeitet während zwei Wochen in einem Trainingslager am Ortasee in Italien auf diesen Event hin. Er wird auch neue Tricks versuchen, primär geht’s aber darum, den Run für die WM zu perfektionieren. Dieser ist eine Art einstudierte Choreografie, oder wie Jeromé Foré sagt: «Ein Formel-1-Fahrer muss die Strecke bis ins letzte Detail kennen. Genau so gut muss ich meinen Run drauf haben.»

«Die Italiener pushen sich zurzeit auf höchste Levels»

Für den Thaler ist es schwierig, die Chancen abzuschätzen. Das Feld ist mit 250 Athleten sehr gut besetzt; er wird mit der absoluten Weltspitze wohl nicht mithalten können. Die Amerikaner, Australier und Italiener betreiben den Sport noch professioneller. «Vor allem die jungen Italiener pushen sich zurzeit auf höchste Levels», sagt Foré. Selber wolle er einfach so weit kommen, wie möglich sei, er setzt sich nach oben kein Limit. Weiss aber auch, dass er erstmals an einer WM startet – und das bei den Pro Men’s, der höchsten Kategorie. Die Juniorenzeit, in der er Schweizer Meister wurde, ist für den 19-Jährigen vorbei.

Zu Ende ist auch die Zeit an der United School of Sports in St. Gallen. Er hat die Sportschule in Verbindung mit einer KV-Lehre erfolgreich abgeschlossen und kann sich nun noch stärker auf den Sport konzentrieren. In einem 50-Prozent-Pensum beginnt er, bei seinem selbstständig tätigen Vater zu arbeiten – eine sehr gute Lösung. «Denn so habe ich immer die Flexibilität, die ich fürs Training brauche.»

Am Wakeboard-Hotspot Ortasee schon fast zu Hause

Dieses ist meistens im Piemont, Jeromé Foré verbringt sehr viel Zeit dort. «Der Ortasee ist der italienische Wakeboard-Hotspot geworden, weil er perfekte Bedingungen für das Wakeboarden bietet. Er ist nicht zu gross und es windet nicht oft», sagt Jeromé Foré. Für seinen Sport ist es wichtig, möglichst unbewegtes Wasser vorzufinden. Der heimische Bodensee etwa ist selten gut geeignet, weil das Wetter dort oft zu unbeständig ist.

Beim Wakeboarden wird der Athlet von einem Boot gezogen, an dem ein Seil mit einer Hantel befestigt ist. Während das Boot Wellen erzeugt, nutzt der Sportler diese als Schanze und zeigt spektakuläre Tricks; Salti oder Drehungen etwa. An der WM ist die Zeit vorgegeben, nicht aber die Tricks. Diese bewertet eine Jury aufgrund der Intensität, der Ausführung und des Schwierigkeitsgrades. Das ist der Grund, weshalb der Run so gut sitzen muss, wie Foré es im Formel-1-Vergleich erklärt hat.

Fortschritt kann weh tun, ist aber unumgänglich

Jeromé Foré stand mit acht Jahren erstmals auf dem Wakeboard und hat sich dem Sport voll verschrieben. Er erklärt: «Es gibt einige Basistricks, auf denen die schwierigeren dann aufbauen.» Natürlich muss und will er Fortschritte machen, etwa statt eineinhalb Drehungen bei einem Sprung deren zwei machen, was den Schwierigkeitsgrad erhöht. Dies ist nur möglich durch viel Training. «Und es kann schon mal weh tun», sagt Foré. Zum Training gehören Stürze, Fortschritt kann schmerzen.

Fortschritt lohnt sich aber auch, was Jeromé Foré jetzt mit seinem WM-Aufgebot sieht. Er startet aber nicht nur dort, kurz später steht die Europameisterschaft bei Köln auf dem Programm. «Kurz vor dem Start bin ich jeweils nervös, dann aber sofort voll im Fokus», sagt er. Wer sich davon selber ein Bild machen will, kann das im Spätseptember in Hard (Vorarlberg) tun.

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