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Medienorientierung der St.  Galler Regierung im Pfalzkeller am Mittwochmittag.
Medienorientierung der St. Galler Regierung im Pfalzkeller am Mittwochmittag. (Benjamin Manser)

Energiemangel: Kanton, Gemeinden, Unternehmen und Energieversorger treffen erste Massnahmen

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Die St. Galler Kantonsregierung bezeichnet das Szenario einer Energiemangellage im Winter inzwischen als «wahrscheinlich». An der Pressekonferenz vom Mittwoch informieren Regierungsmitglieder über den aktuellen Stand der Dinge und mögliche Strategien. Der Bund hat zudem eine Hotline eingerichtet.

Mit diesen Massnahmen wollen der Kanton St. Gallen, die Gemeinden und Unternehmen Energie sparen:

  • Beschränkung der Raumtemperatur auf höchstens 19 bis 20 Grad
  • Aussenbeleuchtung abschalten, wenn sie nicht sicherheitsrelevant ist
  • Verzicht auf Weihnachtsbeleuchtung in Innenräumen
  • Leuchtreklamen und Schaufenster von 22 bis 6 Uhr nicht beleuchten
  • Lampen, Drucker, Router und andere Apparate nach Gebrauch abschalten
  • Umrüsten auf Energiesparlampen und Bewegungsmelder
  • Sensibilisieren des Personals

So sollen 5 Prozent an Strom und 15 Prozent an Gas eingespart werden, schreibt der Kanton St.Gallen in einer Medienmitteilung. Würde dies nicht reichen, käme ein zweites Massnahmenpaket zum Zug. Vorgesehen wäre dann beispielsweise, das Warmwasser an Wasserhähnen in Verwaltungsgebäuden abzuschalten.

In der Bundesverfassung steht, dass der Bund die Versorgung des Landes mit wichtigen Gütern in schweren Mangellagen sicherstellt, denen die Wirtschaft nicht selbst zu begegnen vermag. In erster Linie sind bei einer Energiemangellage somit die Energieversorger und der Bund gefordert.

Der Kanton kommt dann zum Zug, wenn der Bund ihm Aufgaben überträgt. Dies ist beispielsweise bei der Vollzugskontrolle der Fall. Der Kanton ist also subsidiär tätig. In dieser Rolle strebt der Kanton St.Gallen nach nationaler Harmonisierung, um kantonale Unterschiede zu vermeiden. Er stimmt sich mit den umliegenden Kantonen und den zuständigen Gremien ab.

Wie es in der Medienmitteilung der Staatskanzlei heisst, isti nnerhalb des Kantons der Fachstab Energiemangel des kantonalen Führungsstabs mit den Vorbereitungen beschäftigt. Im Fachstab sind alle relevanten Akteure vertreten, unter anderem Vertretungen der Fachämter, der Gemeinden, der Wirtschaft sowie der Energieunternehmen SAK und Erdgas Ostschweiz.

Die breite Abdeckung ermöglicht eine gemeinsame Krisenprävention oder nötigenfalls Krisenbewältigung.

SAK und Erdgas Ostschweiz in nationale Organisationen eingebunden

Die Hauptaufgabe der St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke (SAK) ist die Bereitstellung von Strom im Raum St.Gallen und der beiden Appenzell. Auf die Energiemenge und die Verfügbarkeit von Energie hat die SAK keinen Einfluss. Die SAK ist jedoch die sektorverantwortliche Organisation der Ostral, der Organisation für Stromversorgung in Ausserordentlichen Lagen. In dieser Rolle ist die SAK vorbereitet für die Umsetzung der möglichen Massnahmen, die der Bund verordnen würde. Gemäss seinem 4-Phasenplan handelt es sich dabei um Einschränkungen oder Verbote nicht zwingender Geräte und um die Kontingentierung von Grossverbrauchern bis zu rollierenden Netzabschaltungen.

Erdgas Ostschweiz wiederum ist in der Kriseninterventionsorganisation Gas (KIO) eingebunden. Diese stellt den Transport von den Einspeisungen aus dem Ausland zu den Energieversorgungsunternehmen der Ostschweiz rund um die Uhr sicher. Die lokalen Versorger stehen im engen Kontakt mit ihren Endkunden.

Der Bund hat für Fragen von Privaten und Unternehmen eine Hotline (0800 005 005) eingerichtet. Der Kanton St.Gallen hat zudem auf www.sg.ch/energiemangel die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

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