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Milena Klien überzeugte mit der 80-Zentimeter-Laffette. Die Hohenemserin, eine wichtige Stütze bei den Schwarzpulverschützen Altstätten, erreichte als einzige Kanonierin das Punktemaximum.
Milena Klien überzeugte mit der 80-Zentimeter-Laffette. Die Hohenemserin, eine wichtige Stütze bei den Schwarzpulverschützen Altstätten, erreichte als einzige Kanonierin das Punktemaximum. (Bild: mh)

Einheimische Kanoniere in Siegerlaune

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An der in Altstätten durchgeführten Schweizer Meisterschaft der Modellkanonen-Schützen gab es nur Sieger aus der Region. Milena Klien von den Schwarzpulverschützen Altstätten erzielte als einzige das Punktemaximum.

Ist von Kanonen die Rede, denken viele automatisch an «gestandene Männer». Dass auch Kanonierinnen «ihren Mann stellen» können, haben die offenen Schweizer Meisterschaften gezeigt, die die Schwarzpulverschützen Altstätten kürzlich turnusgemäss und reibungslos im heimischen Stand durchgeführt haben. Auf dem Podest standen am Schluss zwei Frauen und zwei Männer.

Die Kleinste entpuppt sich als die Grösste 

In den vier Kategorien wurde die Kleinste und Jüngste zur Grössten. Die 15-jährige Jenny Mosch aus Oberriet war nicht mehr so souverän wie 2020, als sie sich alle vier Goldmedaillen umhängen lassen durfte – für einen kompletten Medaillensatz reichte es aber allemal. Vor einem Jahr gewann sie mit 470 Ringen, was Schweizer Rekord war, die 50-Meter-Distanz mit der kurzen Kanone. Diese Kategorie ist laut Benno Büchel, Präsident der SPSA und Urgestein des Schwarzpulver- und Kanonenschiessens, die schwierigste.

Auch an der heurigen Meisterschaft reichte es mit der 40-Zentimeter-Kanone über 50 Meter mit 460 Ringen zu Gold. Sie besiegte ihren Vater Andy Mosch (410) und Marinus Kuonen aus Au (400). In der 25-Meter-Distanz wurde die treffsichere junge Frau Zweite, hinter Paul Hochreutener aus Oberegg und vor Beat Thöni aus Triesen. Mit der grossen Kanone (80 Zentimeter) schoss sie mit 430 Ringen Bronze. Vor ihr waren Arnold Engensperger (Rorschach, 450) und Ronny Klien (Hohenems, 440).

Mehr als 500 Ringe gehen schlicht nicht

Die zweite Frau, die die Kanonen nicht nur aus dem Lexikon kennt, ist Milena Klien. Die Handarbeitslehrerin aus Hohenems, seit über 20 Jahren Mitglied der SPSA und wie Ehemann Ronny Klien eine wichtige Stütze des Vereins, schoss als einzige aller Teilnehmenden mit der Lafette 80 Zentimeter über 25 Meter das Punktemaximum von 500 Ringen.

Zehn Kanoniere teilten sich die zwölf Medaillen auf, nur eine Schützin holte mehrere: Jenny Mosch, Vierte von links, holte dreimal Edelmetall. Zehn Medaillen blieben im Rheintal.

Die Frage, warum eine Frau am Modellkanonen-Schiessen schon so viele Jahre Spass hat, beantwortet sie knapp: «Warum nicht?» Hinter der Meisterkanonierin belegten der 18-jährige Simon Frei, 480 Ringe, und sein Vater Roland Frei aus Würenlos (470) die Ehrenplätze.

Der Verein kämpft mit zu wenig Nachwuchs

Dass mit der Oberrieterin Jenny Mosch und Simon Frei zwei junge Kanoniere auf dem Podest standen, freut Benno Büchel besonders. «Wir betreiben eine Randsportart und wie andere Vereine haben auch wir Nachwuchssorgen. Jenny Mosch ist inzwischen das Aushängeschild des Vereins und ich hoffe, es lassen sich noch mehr jüngere Leute für das Modellkanonen- und Vorderladenschiessen begeistern.» Kanonen würden zur Verfügung gestellt.

Dass zehn der zwölf Medaillen im Verein bleiben, beweist: Die Schwarzpulverschützen Altstätten sind derzeit das Mass aller Dinge. Den Präsidenten erfüllt das natürlich mit Stolz – zumal vor nicht allzu vielen Jahren die Hochburg des Kanonenschiessens noch in der Westschweiz lag, vor allem in der Region Biel.

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