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«Eine Grenze hat es für mich nie gegeben»

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Den wöchentlichen Corona-Test hat Tamara in ihren Alltag integriert – an das Stäbchen in der Nase hat sie sich aber noch lange nicht gewöhnt. Die Vorarlbergerin ist Grenzgängerin und pendelt für ihre Arbeit von Feldkirch nach Berneck.

Name: Tamara Alter: 25 Wohnort: Feldkirch Beruf: Junior Eventmanagerin

Was hat dich dazu bewogen, in der Schweiz zu arbeiten?
Nach meinem Studium habe ich ziemlich lange nach einem Job gesucht. Dabei war ich aber nicht ausschliesslich auf die Schweiz fokussiert. Im Dezember 2019 bin ich schliesslich auf eine passende Stellenausschreibung im Rheintal gestossen, habe mich beworben und durfte im Januar 2020 anfangen.

Während drei Monaten konntest du die Grenze noch problemlos überqueren, danach wurde sie geschlossen. Wie hast du diese Situation erlebt?
Eine Grenzschliessung war komplett unvorstellbar. Für mich hat es bis dahin nie wirklich eine Grenze gegeben. Somit hat sich vieles verändert, als sie auf einmal geschlossen wurde. Im ersten Moment dachte ich, ich könne nicht mehr arbeiten gehen. Doch es hat sich schnell herausgestellt, dass die Ein- und Ausreise für alle, die im Ausland arbeiten, möglich ist. Ich habe dann für den Arbeitsweg mehr Zeit einberechnet, da ich beim Zoll immer etwa 15 Minuten anstehen musste. Aber es war alles gut organisiert.

Wie läuft die Ein- und Ausreise jetzt ab?
Ich habe mein Einreiseformular und die Grenzgängerbewilligung dabei. Für die Einreise nach Österreich muss ich zusätzlich einen negativen PCR-Test oder Antigentest vorweisen, der nicht älter als sieben Tage ist. Ich bin also wöchentlich bei einer Teststation. Es ist zu einem fixen Termin in der Woche geworden, den ich einfach wahrnehmen muss.

Hast du dich auch an den Nasen-/Rachenabstrich gewöhnt?
Nein, den empfinde ich immer noch als unangenehm und mir kommen jedes Mal die Tränen. Aber es sind ja nur fünf Minuten, die ich bei der Teststation verbringe und das negative Resultat gibt mir Sicherheit. Ich wurde zum Glück noch nie positiv getestet.

Bist du nervös, während du auf das Resultat wartest?
Ja, anfangs war ich etwas nervös. Ich habe mir während der Wartezeit immer ganz genau überlegt, ob und wo ich mich hätte anstecken können. Mittlerweile ist das Testen und das Warten zur Routine geworden und die Nervosität somit verschwunden.

Was hat sich für dich sonst noch verändert?
Die Spontanität fehlt mir sehr. Ich muss immer im Voraus überlegen, welche Regeln in den verschiedenen Regionen gelten. Freunde und Verwandte, die in der Schweiz leben, konnte ich schon seit Längerem nicht mehr treffen, da ich nur für die Arbeit einreisen darf. Für den 19. Mai hat Österreich aber Lockerungen angekündigt. Alle Personen mit einem negativen Test sollen in das Land einreisen dürfen. Somit freue ich mich darauf, auch mal am Wochenende in die Schweiz zu kommen und meine Freunde endlich wieder zu sehen.

 

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