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Wolfhalden

Dank Ernst Züst ist das Haus Alte Krone in Wolfhalden eine Fundgrube für Geschichtsinteressierte geworden.
Dank Ernst Züst ist das Haus Alte Krone in Wolfhalden eine Fundgrube für Geschichtsinteressierte geworden. (Bild: Peter Eggenberger)

Einblick in die einheimische Literatur gewährt

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Das Museum Wolfhalden schliesst seine Saison ab. 2020 standen Autoren aus dem Vorderland im Fokus.

Am Sonntag wurde im Museum Wolfhalden die Saison 2020 abgeschlossen. Die diesjährige Sonderausstellung war Vorderländer Autoren und deren Werken gewidmet. Zu den herausragenden Schriftstellern gehört Alfred Tobler, dessen Schaffen angesichts seines 175. Geburtstages besondere Aufmerksamkeit verdiente.

Das 400 Jahre alte, unverfälscht erhalten gebliebene Haus «Alte Krone» ist dank der Sammlertätigkeit von Ernst Züst zur wahren Fundgrube für Geschichtsinteressierte geworden. Als engagierter Gründer und Präsident des Museumsvereins richtet er den Fokus im Rahmen von Sonderausstellungen alljährlich auf wertvolle Besonderheiten. Dazu gehörte in der jetzt abgeschlossenen Saison die einheimische Literatur, zu deren Bereicherung auch Ernst Züst und sein Zwillingsbruder Walter mit einigen historischen Werken beigetragen haben.

Theologe, Konzertsänger und Volkskundler

Eine markante, in der Ausstellung prominent vertretene Persönlichkeit war der 1845 geborene Wolfhaldener Bürger Alfred Tobler, der als Universalgenie in die Geschichte eingegangen ist. In Basel studierte er Theologie, und ab 1873 liess er sich in Deutschland zum Konzertsänger ausbilden. Nach Erfolgen in dieser Sparte kehrte er 1889 in die Heimat zurück und liess sich in Wolfhalden nieder. Dank seiner verstorbenen Gattin aus wohlhabendem Hause war er finanziell unabhängig, sodass er sich voll und ganz volkskundlichen Studien widmen konnte.

Nebst seiner Vortragstätigkeit erschienen auch zahlreiche Schriften aus Toblers Feder wie etwa «Sang und Klang aus Appenzell». Ernst Züst sagt: «Grosse Verbreitung aber fand Toblers 1902 erstmals erschienenes Werk ‹Der Appenzeller Witz›, der die Hintergründe dieses einzigartigen Kulturguts ausleuchtet. 1909 folgte mit ‹Die Appenzeller Narrengemeinde› ein weiteres viel beachtetes Buch Toblers. Der von der Universität Zürich mit dem Titel ‹Doktor honoris causa› ausgezeichnete Autor verstarb 1923 in Heiden.»

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