Ein Tennisfinaltag für einen guten Zweck beim TC Widnau | Der Rheintaler

Tennis 28.08.2023

Ein Tennisfinaltag für einen guten Zweck beim TC Widnau

Der Tennisclub Widnau kürte am Samstag am Finalturnier seine Clubmeisterinnen und -meister. Dabei wurden auch fleissig Spenden für die Heilpädagogische Schule (HPS) gesammelt.

Von Hansueli Steiger
aktualisiert am 28.08.2023

«Die Spiele, die um halb zwei begannen, konnten wir gerade noch fertig spielen», sagte Rouven Bärlocher vom Tennisclub Widnau. Kaum waren sie beendet, begann es wie aus Kübeln zu schütten. Doch dafür war der TCW gerüstet. «Wir wechseln in die Halle», sagte Bärlocher und erwähnte, dass es trotz der Bedingungen auch möglich wäre, draussen zu spielen.

«Die Plätze haben eine hervorragende Drainage, die Beläge haben gegenüber herkömmlichen Sandplätzen den grossen Vorteil, dass Quarzsand eingearbeitet ist. Auf einem normalen Sandplatz wäre ein Weiterspielen nach einem solchen Regenschauer nicht möglich», erklärte Bärlocher.

Finanzieller Zustupf für Heilpädagogische Schule

Das Turnier begann um 9 Uhr – bei besten Bedingungen. «Die Fan-Plätze und die Lounge waren am Vormittag voll besetzt», sagte ein zufriedener Bärlocher. Weil niemand zu klein für Tennis ist, konnten auch die Jüngsten erste Racketschläge ausprobieren. Die Zaungäste genossen die Spiele in gemütlicher Atmosphäre mit Snacks und Getränken. Auch der Pizzabäcker hatte alle Hände voll zu tun. So viel, dass er im Lauf des Nachmittags «ausverkauft» meldete.

Weil die Clubmeisterschaft des TCW auch ein Benefizanlass ist, wird ein Teil des Erlöses einer Institution gespendet. Dieses Jahr kann sich die Heilpädagogische Schule in Heerbrugg, die mindestens einmal im Jahr in Widnau Tennis spielt, über einen Zustupf freuen. «Inklusion von Menschen mit einer Beeinträchtigung ist uns sehr wichtig», so Bärlocher. Er erwähnt ein Beispiel aus einem Tenniskurs, den er in der fünften Ferienwoche leitete. Ein Teilnehmer war ein autistischer Bub, der richtig aufblühte. «Inklusion hat eine grosse Chance im Sport. Beeinträchtigte Menschen darf man keinesfalls vergessen. Mit Sport kann man ihr Selbstvertrauen stärken. So fühlen sie sich bestätigt und in die Gesellschaft integriert», sagte Bärlocher.

Mattle und Altmann siegen bei den Aktivkategorien

Nach dem Umzug in die Halle machte es sich das Publikum auf Liegestühlen, Bänken und Sitzsäcken bequem, um die restlichen vier Kategorien zu verfolgen. Bei den «Damen Aktive» standen sich die 28-jährige Muriel Mattle und Sara Baumann gegenüber. Die erst zehnjährige Sara Baumann wehrte sich nach Kräften, musste ihrer Clubkollegin aber den Vortritt auf dem Treppchen lassen.

Das letzte Duell, jenes der «Herren Aktive», bot spektakuläre Ballwechsel. Gaël Altmann und Noé Studer schenkten sich in anderthalb Stunden nichts. Vor allem im zweiten Satz stand der 15-jährige Studer nahe am Satzgewinn, musste dem Gegner das Spiel aber mit 3:6, 6:7 zugestehen. Clubpräsident Marc Sieber: «Das war ein genialer Final. Mit Gaël Altmann haben wir einen neuen Clubmeister.»

Der Regen machte kurz vor der Siegerehrung eine Pause. So konnte die neue Spielleiterin Anna Frei die Rangverkündigung draussen moderieren. Mit Gemütlichkeit, Musik und viel Fachsimpeln über Tennis liessen die Sportlerinnen und Sportler den Abend ausklingen. Bärlocher stand bereits wieder hinter der Bar und war eifrig dabei, die Getränkewünsche zu erfüllen – schliesslich unterstützte man einen guten Zweck. «Am Finaltag verbinden sich nicht nur Schläger und Ball, sondern auch Herzen», schrieb der TCW in seiner Vorschau. Dies war am elfstündigen Event spürbar.

Die Finalspiele
Damen 45+: Tanja Eder s. Corinne Wörnhard 6:2, 6:1.
Damen R8/NC: Mariana Braz Bösch s. Jennifer Wiederkehr 7:5, 6:0.
Herren Doppel: Jürgen Rohr/Florian Koch s. Rico Altermatt/Thierry Altermatt 6:3, 6:1.
Damen Doppel: Rita Zenunaj/Susi Lamorte s. Sara Baumann/Daniela Baumann 6:0, 6:0.
Herren 60+: Dölf Köppel s. Markus Weder 6:2, 3:6, 10:6.
Herren 45+: Daniel Schneider s. Stefan Schlosser 6:2, 6:2.
Mixed Doppel: Sara Baumann/Rico Altermatt s. Rita Zenunaj/Fabio Schlatter 3:6, 6:4, 10:7.
Damen Aktive: Muriel Mattle s. Sara Baumann 6:0, 6:0.
Herren Aktive: Gaël Altmann s. Noé Studer 6:3, 7:6.