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Rüthi

Erste Bauten stehen schon. Die Sponsoren waren gestern zum Augenschein eingeladen. Von links: Ruedi Bartholet, Willi Segmüller (beide Alpha Rheintal Bank) Hugo Kaufmann (Büchel Bau), Jürg Dietsche (Dietsche Strassenbau), Marc Söldi (Büchel Bau), Hanspeter Dietrich (Freilichtbühne), Klara Bischofberger (Sterngarage), Bruno Bösch (Freilichtbühne), Cornelia Munz (Rheinregulierung), Manfred Zäch, Kuno Bont und Raphael Büchel (alle Freilichtbühne).
Erste Bauten stehen schon. Die Sponsoren waren gestern zum Augenschein eingeladen. Von links: Ruedi Bartholet, Willi Segmüller (beide Alpha Rheintal Bank) Hugo Kaufmann (Büchel Bau), Jürg Dietsche (Dietsche Strassenbau), Marc Söldi (Büchel Bau), Hanspeter Dietrich (Freilichtbühne), Klara Bischofberger (Sterngarage), Bruno Bösch (Freilichtbühne), Cornelia Munz (Rheinregulierung), Manfred Zäch, Kuno Bont und Raphael Büchel (alle Freilichtbühne). (Bild: Max Tinner)

Ein Rheinwerkhof fürs Theater

Max Tinner Kommentare

Für die diesjährigen Freilichtspiele wird ein Werkhof der Rheinregulierung nachgebaut. Die Handlung spielt zur Zeit des Diepoldsauer Durchstichs 1923. Im Mittelpunkt stehen ein Schmuggler, seine Familie und seine Freunde.

Max Tinner

Es wird knallen, brennen und rauchen: Die diesjährigen Freilichtspiele in Rüthi werden actiongeladen und voller turbulenter Entwicklung sein, verspricht der künstlerische Leiter, Kuno Bont. Auch Pferde, die bei den Freilichtspielen in Rüthi schon bei früheren Aufführungen gern ins Geschehen eingebunden wurden, werden wieder zu sehen sein. Das ist naheliegend, denn Autos waren zu jener Zeit, in der das Stück spielt, noch selten.

«Der Schmugglerkönig» spielt im Jahr 1923, als der Lauf des Rheins bei Diepoldsau verlegt wurde. Das von Kuno Bont geschriebene Stück handelt von fünf Freunden, deren Freundschaft wegen der Schmuggelei des einen, eben des Schmugglerkönigs, auf die Probe gestellt wird. Mancher mag geschmuggelt haben (oder mag es auch heute noch tun), weil das Verbotene für ihn reizvoll ist. In jenen Jahren sei das Schmuggeln aber für so manchen Vater lebens­notwendig gewesen, weil er sonst seine Familie nicht durchgebracht hätte, erklärt Bont den Hintergrund seines Stücks.

Gab es einen, gab es mehrere?

Einer, der es im Schmuggeln zur Meisterschaft gebracht hat, der Schmugglerkönig, ist legendär. Es soll ihn tatsächlich gegeben haben. Allerdings lasse er sich nicht verorten, stellt Kuno Bont fest. Diepoldsau, Kriessern, Montlingen – jedes Dorf nehme ihn für sich in Anspruch. Vielleicht hatte ja auch jedes Dorf seinen eigenen. Handlungsorte sind die Grenze und ein Werkhof der Rheinregulierung. Ein solcher wird zurzeit am Fuss des Blattenbergs von der Baugruppe der Freilichtbühne nachgebaut. Samt Schienen: Während der Aufführungen wird ein Rhybähnli durch die Szenerie fahren. Möglich macht dies die Internationale Rheinregulierung (IRR), deren 125-jähriges Bestehen dieses Jahr gefeiert wird. Sie hat das Patronat der Aufführung übernommen.

Vertreter der IRR sowie der Hauptsponsoren waren gestern zu einem Augenschein auf der Theaterbaustelle eingeladen. Erste Bauten stehen bereits. Weitere werden rasch folgen.

Ab 20. Mai wird vor Ort geprobt

Zwar finden die Aufführungen erst im Herbst statt. Bereits ab dem 20. Mai wollen die Schauspieler aber vor Ort proben, weshalb dann die fürs Stück nötigen Bauten stehen müssen. An die 100 Vereinsmitglieder wirken im Stück selbst mit, wobei viele Rollen doppelt besetzt sind, um möglichst vielen das Mitspielen zu ermöglichen. Etliche weitere werden neben und hinter der Bühne das Ihre zum Gelingen beitragen.

Der Aufführungsort wurde um 300 Meter nach Süden verlegt. Dies wegen der Starkstromleitung, die nun nach dem Bau des neuen Unterwerks über den bisherigen Aufführungsort hinweg führt, erklärt OK-Präsident Raphael Büchel. Die Zuschauertribünen werden Platz für 600 Zuschauer bieten. Geplant sind 13 Aufführungen zwischen dem 8. und dem 24. September.

Der Vorverkauf ist bereits gestartet. Tickets gibts bei der Alpha Rheintal Bank oder online auf www.schmugglerkoenig.ch.

Schmuggelnde Hütebuben

Schmuggeln ist verboten. Der kargen Lebensumstände wegen war aber so manche Familie im Rheintal drauf angewiesen. Und das noch lange über die Mitte des letzten Jahrhunderts hinaus. So erzählt Kuno Bont etwa von Hütebuben, die seinem Vater beim Viehtrieb über die Grenze geholfen hätten. Auf dem Rückweg habe der eine oder andere unter den Kleidern einen flach an den Leib geschnallten Sack mit Waren versteckt gehabt.

Auf die Frage, ob er denn auch selbst schon geschmuggelt habe, meint Kuno Bont verschmitzt: «Hätte ich das, würde ich nicht sagen, wann und wo das gewesen ist.» (mt)

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