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Rebstein

Jasmin Häni hat ihren Traum verwirklicht. Ernst Schönauer, Präsident der Ortsgemeinde Rebstein; Gemeindepräsident Andreas Eggenberger; Bildhauer Markus Buschor; Simon Zürcher, Mitarbeiter der Melioration der Rheinebene, und Ortsverwaltungsrat Ruedi Graf (v. r.) haben ihr bei der Realisierung und beim Enthüllen des heiligen Franziskus geholfen.
Jasmin Häni hat ihren Traum verwirklicht. Ernst Schönauer, Präsident der Ortsgemeinde Rebstein; Gemeindepräsident Andreas Eggenberger; Bildhauer Markus Buschor; Simon Zürcher, Mitarbeiter der Melioration der Rheinebene, und Ortsverwaltungsrat Ruedi Graf (v. r.) haben ihr bei der Realisierung und beim Enthüllen des heiligen Franziskus geholfen. (Bild: Kurt Latzer)

Ein Heiliger sitzt im Riet

Kurt Latzer Kommentare

Jasmin Häni ist überglücklich. Vor zwei Jahren ist sie mit ihrer Idee an Bildhauer Markus Buschor gelangt, am Donnerstag wurde das Kunstwerk, der sitzende Franziskus, im Rebsteiner Riet eingeweiht.

Kurt Latzer

Eine muntere Schar versammelt sich beim Windschutzstreifen am Schwarzengraben. Es ist nicht weit bis zum Restaurant Riethof, fast alle Gäste sind zu Fuss gekommen. Angeregt diskutierend – auch über den späten Frost – steht die Gruppe vor einem verhüllten hölzernen Etwas. Zu erkennen ist: Es handelt sich um eine Sitzbank. Die ist aus Eiche und wird von einem Stein gestützt. Das Ufer des Schwarzenbachs hinter der Bank ist be­festigt, der Platz neu gestaltet. «Bascheler» nennen ein paar Besucher das Gebiet, an dem sich der neue Platz der Besinnung befindet. Es ist ein Mönch, wie sich nach der Enthüllung zeigt, der auf der Bank sitzt und eine Katze auf dem Schoss hat. Neben ihm reckt sich ein Baumstamm gen Himmel, an dem ein Specht nach Futter sucht. «Es ist der heilige Franziskus», sagt der Altstätter Bildhauer Markus Buschor. Meist sei der Schutzpatron der Tiere und der Natur stehend abgebildet. «Ich wollte den Franziskus nicht als Übermenschen darstellen. Er soll einer von uns sein, darum habe ich ihn auf die Bank gesetzt», sagt Buschor. Jasmin Häni hat die Idee gehabt, sich bei den Landwirten, die das Riet pflegen, zu bedanken. «Seit 20 Jahren lebe ich in Rebstein und spaziere täglich im Riet, das von den Leuten hier draussen immer so schön gepflegt wird», sagt die Initiantin des Besinnungsplatzes. Vor zwei Jahren hat die Rebsteinerin den Altstätter Bildhauer besucht. Sie wolle etwas schaffen, das ihren und den Dank der Bevölkerung für die Rietpflege ausdrücke.

Geholfen, den Platz mit dem Kunstwerk und dem Bänkli zu realisieren, haben die Melioration der Rheinebene, die Ortsgemeinde und die Politische Gemeinde Rebstein. «Der Boden gehört der Melioration. Mitarbeiter haben geholfen, das Stück Windschutzstreifen zu roden und eine 360-Grad-Rundumsicht zu ermöglichen», sagt Ortsgemeindepräsident Ernst Schönauer vor der Enthüllung. Den Rest hätten sich Orts- und Politische Gemeinde geteilt. Die Melioration sei in Zukunft für den Unterhalt des Platzes verantwortlich, zumindest was das Ausholzen am Platz anbelange. Die Besucherinnen und Besucher der Enthüllung sind begeistert. Vom Platz und vom Werk, das Markus Buschor aus der etwa 150 Jahre alten Eiche geschaffen hat. Die Eiche stammt aus dem Thurgau, wo die Bäume gepflanzt und bewirtschaftet werden. «Mir ist es lieber, wenn Rheintaler Eichen stehen bleiben und wachsen», sagt der Bildhauer mit einem Lächeln.

Die örtliche Geistlichkeit ist beim Anlass am Schwarzengraben nicht vertreten. Gestört hat das niemanden, da es ja ein besinnlicher und kein religiöser Ort sein soll. Eingeladen wären die Vertreter beider Konfessionen gewesen. An der Heiligenfigur finanziell beteiligen, haben sich die beiden Kirchgemeinden nicht wollen.