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Über die Grenze verliebt: Johannes und Jasmin am Rheinufer.
Über die Grenze verliebt: Johannes und Jasmin am Rheinufer.

Ein Date, das Grenzen überwindet

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Die grüne Grenze im Rheinvorland Diepoldsau – Lustenau ist ein beliebter Treffpunkt für international Verliebte.

Name: Jasmin und Johannes Alter: beide 22 Wohnort: Widnau / Nenzing

Zwei Absperrbänder und einzelne Zäune machen klar: Die grüne Grenze ist gesperrt. Trotzdem lassen sich Menschen, die eine Schweizerisch-österreichische Beziehung pflegen, nicht davon abhalten, sich hier zu treffen. Etwas versteckt hinter dem Damm, direkt am Rheinufer, sitzt ein frisch verliebtes Paar auf den warmen Steinen. Jasmin und Johannes lernten sich in einer Clique gemeinsamer Kollegen kennen und sind erst seit einem Monat zusammen. Kurz danach stellte Corona den Alltag auf den Kopf, der Grenzverkehr wurde eingeschränkt, der Vorarlberger und die Widnauerin sahen und hörten sich nur noch am Handy.

Wie wenn dies nicht schon genug schwierig wäre, wohnt Johannes ausgerechnet in Nenzing, dem Dorf, das rund zwei Wochen unter Isolation stand, wegen eines rasanten Anstiegs der Corona-Verdachtsfälle. Seit Anfang April ist das Betreten und Verlassen der Gemeinde wieder erlaubt. Ein Lichtblick. Johannes setzte sich in den Zug – «ich hatte ein ganzes Abteil für mich allein» – und kam zum Date am Rhein.

Jasmin kennt den Platz, da sie manchmal im Rheinvorland spazieren geht. Ihre Eltern erzählten, hier würden sich viele Paare treffen. «Es hat sich gelohnt», sagen die beiden 22-Jährigen und lächeln.

Corona mache den Anfang ihrer Beziehung etwas kompliziert, sagt Johannes. «Wir hoffen, diese Zeit geht bald vorüber.» Vorläufig müssen sie mit den Einschränkungen des Grenzverkehrs leben. «Was soll man sich aufregen, es nützt nichts», meint Jasmin. Sie genossen die Zeit zu zweit, so lange, bis sich Johannes auf den Weg machte, um den letzten Zug nach Hause zu erwischen.

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