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Oberriet

Kapellvereinspräsident Martin Frei heisst Pater Gregor Cacur (links) als neues Mitglied im Vorstand willkommen.
Kapellvereinspräsident Martin Frei heisst Pater Gregor Cacur (links) als neues Mitglied im Vorstand willkommen. (Bilder: Rösli Zeller)

Ein Anker des Glaubens

Rösli Zeller Kommentare

Mehrere Hundert Pilgernde nahmen am Fest für die Kapelle im Riet teil. Sie genehmigten die Verwendung eines namhaften Überschusses: Während des letzten Vereinsjahres wurden aus Spenden Hilfsprojekte in aller Welt mit einer Viertelmillion Franken unterstützt.

Seit ihrem Bestehen wird die Marienkapelle im Riet zwischen Oberriet und Altstätten von Pilgernden aus dem In- und Ausland besucht. Ein sichtbares Zeichen, wie weit über die Landesgrenze hinaus dieser Kraftort geschätzt wird, stellten die elf Gastpriester dar, die den Gottesdienst zum Kapellfest zelebrierten – darunter Bischof Benno Elbs aus Feldkirch und Dekan Josef Benz. Kardinal Baselios Cleemis aus Indien stand der Feier vor. Der Musikverein Harmonie Oberriet gestaltete sie mit.

Von links: Bischof Benno Elbs aus Feldkirch, Kapellvereinspräsident Martin Frei, Kardinal Baselios Cleemis, Georg Changeth, Pfarrer von Widnau, und Dekan Josef Benz.

Zerrissenes zusammenbringen

Die Kirche feiere mitten im Sommer ein Osterfest, nämlich das Fest Maria Aufnahme in den Himmel. Dies gebe der Menschheit Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod. Maria, der Knotenlöserin (als solche ist die Muttergottes in der Kapelle dargestellt), würden viele Nöte und Sorgen anvertraut. Egoismus, Gleichgültigkeit, Gewalt, Krieg und Hunger nannte Baselios als grosse Knoten. Er ermunterte zu versuchen, alles Zerrissene immer wieder zusammenzubringen. Maria sei als Knotenlöserin ein Bild der Hoffnung und des Friedens. Von dieser Kapelle gehe so viel Licht, Freude und Hoffnung aus.

Die Kollekte ergab gut 7100 Franken. Sie wird für ein Haus zur Ausbildung von Krankenschwestern in Nigeria und Schulen sowie Kindergärten in Indien verwendet. Kardinal Baselios würdigte das Engagement des Kapellvereinspräsidenten Martin Frei, der nicht nur Arzt für Körper, sondern auch Seelen sei.

Eine Viertelmillion für Hilfsprojekte

Täglich und auch zu nächtlicher Stunde werde die Kapelle aufgesucht. Die Tür sei immer offen, und Pilgernde suchten diesen Ruhe- und Gebetsort aus der ganzen Schweiz und dem nahen und weiteren Ausland auf, so Martin Frei. Der Kapelle, der vor gut 20 Jahren kaum eine Zukunft vorausgesagt wurde, sei zu einem Anker geworden. Es gelte ihm Sorge zu tragen. Frei versicherte, dass sämtliche Ausgaben aus den Spenden für stets bestens abgeklärte Projekte verwendet würden und dass der Vorstand wie seit je ohne Entschädigung arbeite. Wie Kassier Günter Wüst ausführte, konn-ten im letzten Vereinsjahr gut 250000 Franken an Projekte in Indien, Afrika, Südafrika, Südamerika und Rumänien weitergeleitet werden.

Der zahlreich verstorbenen Mitglieder wurde ehrend gedacht. Neu in den Vorstand gewählt wurde Pater Gregor Cacur. Zum Schluss des Fests wurde zum Salve Regina und dem Pilgersegen eingeladen.

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