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Man muss nicht extra Saatgut kaufen, um Linsen als Gründüngung zu verwenden: Praktisch jede Speiselinse keimt.
Man muss nicht extra Saatgut kaufen, um Linsen als Gründüngung zu verwenden: Praktisch jede Speiselinse keimt. (Bild: Eveline Dudda)

Dünger aus dem Chuchichästli

Eveline Dudda Kommentare

Als Gründüngung bezeichnet man den Anbau von Pflanzen ausschliesslich der Bodenfruchtbarkeit zuliebe. Ein guter Saatzeitpunkt für Gründüngungen ist zum Beispiel immer dann, wenn die Beete abgeerntet sind und in den nächsten Wochen oder sogar Monaten nicht mehr neu bestellt werden.

Es gibt viele Gründe für eine Gründüngung: Man kann Nährstoffauswaschung und Erosion verhindern, die Bodenstruktur verbessern, Verdichtungen im Unterboden aufbrechen, Unkraut unterdrücken, dem Boden eine Pause gönnen oder ihn durch den Anbau von Hülsenfrüchten mit Stickstoff anreichern.

Die Saat ist einfach: Man bereitet ein Saatbett, streut den Samen der Gründüngungspflanzen breitwürfig in der empfohlenen Saatdichte über das Beet, arbeitet ihn mit dem Rechen ein und drückt die Saat an.

Einschränkungen gibt es fast keine. Einzig, wenn der Boden sehr unkrautwüchsig ist, kann es auch mal passieren, dass das Unkraut schneller aufläuft als die Gründüngung. In dem Fall ist es besser, die Gründüngung in Reihen zu säen, damit man zwischen den Reihen jäten kann. Gründüngungen sollten am besten noch vor der Blüte eingearbeitet werden. Wenn die Pflanzen erst einmal anfangen abzusamen, stecken sie viel Energie in die Vermehrung. Für die Düngewirkung bleibt dann nicht mehr so viel übrig. Abgesehen davon will man sich mit der Gründüngung ja keine neuen Probleme durch versamte Pflanzen schaffen.

Wer gerade kein Gründüngungssaatgut zur Hand hat, sollte nachschauen, was das Chuchichäschtli hergibt: Linsen (nur keine gelben oder roten Linsen, die sind gespalten und geschält) und Kichererbsen können genau so gut wie Buchweizen, Roggen und Leinsamen als Speiseware gekauft und als Gründüngung ausgesät werden. Die Vorteile der Chuchichästli-Saat liegen auf der Hand: Erstens hat man solche Gründüngungen meistens griffbereit im Haus und zweitens sind sie billiger als Saatgut, das die hohen Anforderungen des Saatguthandels erfüllen muss.

Dafür muss man in Kauf nehmen, dass es keine garantierte Keimfähigkeit gibt und die Saat unter Umständen einmal nicht aufläuft. Das ist aber nur sehr selten der Fall.

Eveline Dudda

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