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Kriessern

Der «Xcient Fuelcell» sieht aus wie ein gewöhnlicher LKW, wird aber mit Wasserstoff angetrieben.
Der «Xcient Fuelcell» sieht aus wie ein gewöhnlicher LKW, wird aber mit Wasserstoff angetrieben. (Bild: pd)

Die Brummis der Zukunft haben Rheintaler Technologie an Bord

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Hyundai baut Laster mit Wasserstoffantrieb. Die Kriessner Firma GK Grünenfelder AG trägt entscheidend dazu bei.

Der «Xcient Fuelcell» ist 35 Tonnen schwer, blitzsauber und sieht aus wie ein ganz normaler Truck – nur der Auspuff fehlt. Den braucht der LKW mit Wasserstoffantrieb auch nicht. Denn statt Abgasen hinterlässt er lediglich Wassertropfen auf dem Asphalt.

Seit letztem Herbst fahren die ersten Hyundai-Lastwagen mit Wasserstoffantrieb durch die Schweiz – eine Weltpremiere. In den Trucks des koreanischen Herstellers steckt viel Rheintal, denn die Aufbausysteme stammen von der GK Grünenfelder AG mit Sitz in Kriessern. Das Rheintaler Unternehmen ist der weltweit einzige zertifizierte Hersteller.

Das Nutzfahrzeug, das kein CO2 ausstösst ist aus einer Zusammenarbeit zwischen Hyundai Hydrogen Mobility und dem Schweizer Unternehmen H2 Energy entstanden.

Kunden sind Schweizer Logistiker

Die Antriebsart per Brennstoffzelle scheint bei den Kunden anzukommen: «Aktuell haben wir 25 Fahrzeuge ausgeliefert, bis im Frühling sind es 46 Stück», sagt Grünenfelder-CEO Philippe Köppel.

Die Abnehmer sind diverse Schweizer Logistikunternehmen. Darunter namhafte Beteiligte wie Coop, Migros oder Galliker. Sie alle gehören dem Förderverein H2 Energy an, der sich intensiv für die Dekarbonisierung der Schweiz einsetzt. Nicht ganz freiwillig, denn immer mehr Unternehmen machen ihren Logistikpartnern einen gewissen Anteil an nachhaltiger Energie im Fuhrpark zur Bedingung.

Eine Füllung reicht für 400 Kilometer

Mit der Anfrage des südkoreanischen Fahrzeugherstellers hat GK Grünenfelder nicht gerechnet. «Als wir 2018 von Hyundai kontaktiert wurden, waren wir erst überrascht», erinnert sich CEO Philippe Köppel. Es folgten drei Jahre Entwicklung, unzählige Stunden Ingenieursarbeit und eine Reise nach Korea. Dann erst konnte die Serienfertigung beginnen. Die Mitarbeiter in Kriessern mussten spezielle Weiterbildungen absolvieren, um mit dem hochfragilen Wasserstoff- und Hochvolt-System arbeiten zu können.

Dass der Wasserstoffantrieb in der Transportbranche nicht bloss ein Hype ist, davon ist man Kriessern überzeugt. «Die Brennstoffzellen-Technologie ist hervorragend geeignet», glaubt CEO Köppel. Besonders bei Nutzfahrzeugen, die lange Strecken zurücklegen müssten. Denn eine mit erneuerbarem Strom erzeugte Wasserstofffüllung reiche für etwa 400 Kilometer Fahrt.

Der Kraftakt hat sich für Köppel und sein Unternehmen gelohnt. «Unser Aufbau ist ein wesentlicher Bestandteil der Technologie. Ohne ihn würden die Trucks heute keine Güter emissionsfrei transportieren können.»

 

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