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«Macher und Träumer»: Ehrenmitglied Niklaus Bucher (l.) mit Präsident Ernst Dietsche.
«Macher und Träumer»: Ehrenmitglied Niklaus Bucher (l.) mit Präsident Ernst Dietsche. (Bild: pd)

Der STV Marbach und die heutigen Helden

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An seiner HV ehrt der STV Marbach seine Helfer und «Träumer» des Jahres: Besonders Niklaus Bucher.

Niklaus Bucher, Festwirt der Schweizer Meisterschaften, steht beispielhaft für das vergangene Jahr. Der Turnverein Marbach befindet sich bis heute in einer Art post-meisterhaften Phase: Wenige Monate liegen sie zurück, die Schweizer Meisterschaften im Vereinsturnen, die der Verein im Herbst in Widnau austrug. Ein Erfolg in sportlicher, aber vor allem in organisatorischer Sicht: Die Grossfeldgymnastik unter der Leitung von Reto Ebneter hatte sich den Titel zum Ziel gesetzt und turnte nun, vor einer vollen Tribüne, im Zenit. Das Organisationskomitee unter der Leitung von Albert Ebneter hatte sich einen Topanlass zum Ziel gesetzt und sah nun, an diesen beiden Tagen im September, wie das Wetter mithalf und die unzähligen Helfer in ihren blauen Helfershirts. Am Ende erhielten die einen den Meistertitel im Vereinsturnen, die anderen Komplimente für ihre ehrenamtliche Arbeit. Szenen eines schweizerischen Erfolgs.

Von Träumern und Machern

Jetzt war Januar geworden, der Verein traf sich im Saal des Restaurants Krone zur 119. Hauptversammlung und Präsident Ernst Dietsche gab sich Mühe, in seiner Ansprache noch einmal die Stimmung von damals zu schaffen. Er sagte: «Wer glaubt, dass aus einem schönen Traum einfach so Wirklichkeit wird, der träumt tatsächlich – und wer glaubt, dass Träume für immer Träume bleiben müssen, der irrt sich.» Der Satz war an die Helfer vom Herbst gerichtet. Dietsche dankte ihnen, er nannte sie «Träumer und Macher». Dann trat Albert Ebneter vor die Versammlung, der OK-Präsident der Meisterschaften. Er hatte ein Jahr zuvor an der gleichen Stelle gestanden und die Vereinsmitglieder um kräftige Mithilfe gebeten. Jetzt sagte er: «Mein Gefühl ist heute, anders als damals, kein mulmiges mehr. Wir haben zwei tolle Tage erlebt! Es war anstrengend, aber es hat sich gelohnt!» Ebneter nannte die Zahlen eines Grossanlasses: über 8000 Helferstunden, über 10000 Zwischenverpflegungen, über 14000 Liter an Getränken. Der Mann dieser Zahlen ist Niklaus Bucher, der Festwirt dieser Meisterschaften. Ein Männerriegler mit Erfahrung und grossen Verdiensten, den scheinbar nichts aus der Ruhe bringen kann. Wer ihn in der Vorbereitung beobachtete, sah, wie er im Kopf tausend Zahlen jonglierte, 2600 Nachtessen da, 5000 Liter Bier dort – manchmal nahm er Unterlagen mit zu den Sitzungen des Organisationskomitees, aber man hatte immer das Gefühl, er brauche die gar nicht. Die Zahlen sind alle im Kopf.

Ein Held im Hintergrund

Nun, in dieser Januarnacht, die Versammlung hatte den Rückblick auf das vergangene Jahr, einen guten Abschluss und er­freuliche Mitgliederzahlen registriert, war man beim letzten Traktandum angelangt: Ehrungen. Ernst Dietsche, der Präsident, sagte: «Und jetzt möchte ich jemanden nach vorne bitten, der in den letzten dreissig Jahren immer da war, wo es etwas zu tun gibt.» Es war Niklaus Bucher. Es brauchte eine Weile, bis er vorne bei der Bühne war. Chläus, wie man ihn im Verein nennt, sitzt an Hauptversammlungen immer in einer der hintersten Reihen.

Ein Held im Hintergrund. Ernst Dietsche sagte: «Chläus ist immer da, wo es etwas zu Essen und zu Trinken gibt. Aber damit keine Missverständnisse entstehen: Er steht dann jeweils hinter dem Tresen!» Bucher ist ein Organisierer, mehr ein Macher als ein Träumer. Der Applaus an diesem Abend war nicht der letzte Dank an ihn – und an die vielen Helfer des vergangenen Jahres. Am 17. März führt der Verein eine Veranstaltung durch, eine Art Dankeschön-Party. Niklaus Bucher wird dann vor dem Tresen stehen, nicht dahinter.

Samuel Tanner

An der Hauptversammlung des STV Marbach kam es zu kleinen Verschiebungen im Vorstand. Aktuar Samuel Tanner trat nach acht Jahren zurück, Sarah Schmid übernimmt sein Amt. Zudem wurde Angelina Schick als Beisitzerin in das Gremium gewählt, sie wird in einem Jahr das Amt der Jugi-Chefin von Stefan Jäggi annehmen und kann sich nun während eines Jahres an die Arbeit in der Führungsriege des Vereins gewöhnen.

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