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Leserbeitrag: Der Demontage-Politiker

Theo Gmür, Oberriet Kommentare

Betr: Abstimmung über «No-Billag»-Initiative

In den letzten zehn bis fünfzehn Jahren macht sich immer mehr ein neuer Politiker-Typus bemerkbar: Der Demontage-Politiker. Sein primäres Vokabular: Abbauen, sparen, weglassen, streichen, deregulieren, kürzen, abschaffen. Etwas salopp zusammengefasst: Alles, was im öffentlichen Sektor kostet, ist zu hinterfragen. Dieser Politiker-Typus berücksichtigt vor allem persönliche Interessen oder die einer oft kleinen, elitären Gruppierung.

Der «ideale Politiker» hingegen versucht vor allem die Grundbedürfnisse der grossen Bevölkerungsmehrheit in der Mitte der Gesellschaft vorteilhaft zu befriedigen, hält dabei eine gesunde Distanz zur Wirtschafts- und Finanzelite und zu extremen Gruppierungen aller Art. Nur ein gesunder Staat, ausgestattet mit den nötigen Finanzmitteln, kann gute Rahmenbedingungen für die grosse Mehrheit der Menschen eines Landes schaffen und so auch ein ausgewogenes Bildungssystem und eine vortreffliche Infrastruktur zu Verfügung stellen. Durchschauen wir diese eigennützigen Demontagepraktiken und stimmen vorerst einmal Nein zu No-Billag.

Theo Gmür, Oberriet