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Leserbeiträge

Der Baulärm ist kaum auszuhalten

Werner Frey Kommentare

«Ständig dieser Lärm», Ausgabe vom 9. Juni

Als Bewohner des obersten Stockwerks eines direkt ans Baugrundstück anstossenden Mehrfamilienhauses kann ich der Schilderung über den täglich kaum mehr auszuhaltenden Baulärm an der Balgacher­strasse nur beipflichten, nur wurde vergessen zu berichten, dass die Intensität der nervenzermürbenden, krankmachenden Baulärmimmissionen seit Wochen noch zugenommen hat durch die Bautätigkeit von SFS in unmittelbarer Nähe, wodurch jede Unterhaltung in der Wohnung, Telefongespräche und konzentrierte Kopfarbeit verunmöglicht werden. An einen Aufenthalt auf dem Balkon ist seit Monaten nicht mehr zu denken. Ich frage mich allen Erns­tes, ob und wie lange diese unzumutbare Einschränkung der Wohnqualität unter Bezug auf das Zivilgesetzbuch, Art. 684, von den Anwohnern noch hinzunehmen ist, zumal – so in unserem Fall – auch der Vermieter sich nicht um das Wohlbefinden seiner Mieter kümmert, d. h. es ihm zum Mindesten angestanden hätte, über die bevorstehende Aufnahme der über zwei Jahre andauernden Bautätigkeit und damit verbundenen Einschränkungen seine Mieter zu informieren; so hätten sie allenfalls entsprechende Dispositionen ergreifen können, z. B. Ferien zu planen oder sonst zeitweilig abwesend zu sein. Denn wie ich nach meiner Anfrage bei Manser Immobilien in Arbon im Dezember erfahren habe, sind die Hauseigentümer im Quartier informiert worden.

Dass Lärm ungesund ist und krank macht, ist medizinisch längst erwiesen. Es kommt zu vermehrter Adrenalinausschüttung, dadurch zu erhöhtem Bluthochdruck und Puls, zu Herz-Kreislauf-Problemen, nächtlichen Schweissausbrüchen, innerer Unruhe, Konzen­trationsschwierigkeiten und Überreiztheit, nebst Verdauungsstörungen.

Diese massive Einschränkung der Wohnqualität fällt besonders jetzt in der warmen Jahreszeit, wo die Fenster offen gehalten werden, ins Gewicht und ist für meine gesundheitlich angeschlagene Gattin besonders einschneidend, zumal auch zerstreuende Fernsehsendungen durch den Baulärm von zwei Seiten und damit verbundene dröhnende Erschütterungen überhaupt nicht mehr möglich sind, wovon sich Aussenstehende kaum ein Bild machen können.

Ich bin deswegen erneut an die Baufirma in Arbon gelangt, wo mir im April versprochen wurde, dass der Bauleiter sich zu einem Augenschein bei mir melden werde, was allerdings bis heute unterblieben ist, was beweist, dass wie von anderer Seite geschildert, «man nicht ernst genommen wird», bis vielleicht dann Ansprüche wegen gesundheitlichen Schädigungen und Folgen, ärztlich bestätigt, zur Anmeldung kommen.

Auch wäre der Gemeinde kein Stein aus der Krone gefallen, hätte sie die Anwohner mit einem Rundschreiben über die sich doch längere Zeit dahin­ziehende Bautätigkeit zeitig im Voraus informiert, was ein Zeichen rücksichtsvollen Denkens gewesen wäre. Eine Massnahme, die ins Kapitel der immer mehr um sich greifenden Unpersönlichkeit und fehlenden Information wie auch Kommunikationsschwund einzustufen und jedenfalls von sozialem Denken weit entfernt ist.

Werner Frey

Weedstrasse 16, Rebstein