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St. Margrethen

Das «Rössli» eröffnet im Oktober

Kurt Latzer Kommentare

Die Rössli-Genossenschafter haben gestern Abend nicht nur dem Vorstand das Vertrauen ausgesprochen, sondern auch der Sanierung und Finanzierung des Restaurants Rössli zugestimmt.

Kurt Latzer

Vor dem Rheinausaal war die Stimmung teilweise nicht besonders gut, einige kritische Stimmen waren zu hören. Während der Generalversammlung aber wandelte sich die Stimmung ins Positive, nachdem die 97 Stimmberechtigten von den jüngsten Plänen hörten. Und weil die Genossenschafterinnen und Genossenschafter allen Anträgen im Laufe der GV zustimmten, kann das Restaurant Rössli nach den Herbstferien eröffnet werden. Das Lokal wird von einer Wirtin geführt, deren Name noch nicht genannt werden dürfe, da sie anderswo vertraglich noch gebunden ist.

Genossenschaft kauft Liegenschaft nicht

Den Termin nannte Claudio Palecchi, der vom Vorstand beauftragt wurde, «den Karren aus dem Dreck zu ziehen». Denn mit den ersten Varianten zur Sanierung der Rössli-Liegenschaft hatten sich die Verantwortli- chen überhoben, das Geplante schliesslich wegen viel zu hoher Kosten aufgeben müssen. «Wir haben einen Raumplan erstellt und uns nur auf das absolut Nötigste beschränkt», sagte Pallecchi bei der Präsentation der Pläne. Das Rössli bekommt eine neue Fassade, eine neue Küche und neue technische Anlagen. Weil der alte Dampfabzug in der Küche noch funktioniert und den Vorschriften entspricht, wird der nicht ersetzt. «Allein damit haben wir etwa 30 000 Franken gespart», sagt der Verantwortliche für die Sanierung. Der Ausschank bleibt gleich, dahinter wird eine Wand leicht versetzt, um den Durchgang zu verbreitern. Vorgesehen ist zudem, das Gartenrestaurant etwas zu vergrössern. Die Parkplätze an der Hauptstrasse gehen wegen Vorschriften des Kantons verloren. Inklusive einer Koordinationsreserve von zehn Prozent kostet die «Rössli»-Sanierung 313 000 Franken.

Anteilscheine frühestens 2021 auszahlbar

Finanziert wird das Ganze neben eigenen Mitteln unter anderem mit Darlehen der Politischen Gemeinde und der Ortsgemeinde St. Margrethen, die innerhalb von 15 Jahren zu amortisieren sind. Die Genossenschaft verzichtet auf den Kauf der Liegenschaft, die im Besitz der Politischen Gemeinde ist, sondern mietet diese für 913 Franken pro Monat. Der Pachtzins wird zunächst auf 2200 Franken pro Monat festgelegt und später gegebenenfalls angepasst.

Unter dem Traktandum 10 hatten die Stimmberechtigten über eine Statutenänderung zu entscheiden. Der Vorstand beantragte, die Auszahlung der Anteilscheine frühestens im Sommer 2021 zu genehmigen, was einer sechsjährigen Sperrfrist entspricht. Auch hierfür bekam der Vorstand grünes Licht, der Antrag wurde mit einer Gegenstimme angenommen. In der Allgemeinen Umfrage meldete sich ein Handwerker und Genossenschafter zu Wort: «Endlich können wir loslassen und das Rössli eröffnen», sagte Fritz Gois.