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Damian Solenthaler fährt schwungvoll aus der Kurve, angefeuert unter anderem von seinem Trainer Ivo Büsser (hinten links).
Damian Solenthaler fährt schwungvoll aus der Kurve, angefeuert unter anderem von seinem Trainer Ivo Büsser (hinten links). (Bilder: ys)

Das Erlebnis ist für Damian Solenthaler Gold wert

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Der 18-jährige Damian Solenthaler aus Heiden hat an den Special Olympics Switzerland sein erstes Velorennen bestritten – und konnte bereits ein Fernsehinterview geben.

Im Museumsquartier in St. Gallen ist am Samstagmorgen mächtig viel los. Um die herrschaftlichen Häuser herum ist ein Parcours für Velorennen abgesperrt, vor dem Historischen und Völkerkundemuseum steht ein grosses Podest, fröhliche Musik beschallt den Park.

Ein paar Schritte weiter unten spielen sie im angenehm kühlen Athletik-Zentrum Basketball. Und im Olma-Areal lodert das olympische Feuer. Dazwischen bietet ein Street-Food-Festival leckere Speisen an.

Egli, Rigozzi, Barnetta – das ist nicht zu toppen

Fast 2000 Athletinnen und Athleten mit geistiger Behinderung aus der Schweiz und Liechtenstein und auch einige wenige aus kleinen Ländern wie Monaco und San Marino nehmen an den Special Olympics Switzerland teil. 

Die Eröffnungsfeier im Kybunpark war für sie ein Riesenerlebnis. Schlagersängerin Beatrice Egli trat auf, die Moderatorin Christa Rigozzi führte durch die Show. Der ehemalige Fussballspieler Tranquillo Barnetta, Präsident der St. Galler Sektion von Swiss Olympics, sagte: «Ein beeinträchtigter Sportler kommt natürlich nicht an die absolute Höchstleistung heran, aber er erbringt seine eigene Höchstleistung. Darum muss das auch in den Vereinen möglich sein.»

An der Siegerehrung erwähnte die Moderatorin seinen Fernsehauftritt in «Gesichter & Geschichten». Darüber jubelte Damian besonders.

Das sagte er in der Sendung «Gesichter und Geschichten» von SRF 1 in einem Beitrag, der am Freitag ausgestrahlt wurde. Dort kommt auch Damian Solenthaler aus Heiden vor. Nach seinen Zielen befragt, sagt er: «Pokal (…) Erschte!» Und er gibt sich überzeugt, dass das gelingt.

Damian arbeitet seit einem Jahr bei der Valida-Werkstätte in St. Gallen, die mit ihren Produktions- und Dienstleistungsbetrieben Menschen mit einer Beeinträchtigung Integrationsdienstleistungen im Arbeits-, Ausbildungs-, Wohn- und Freizeitbereich ermöglicht. Seit März trainiert er im Veloclub, einem von vielen Sportangeboten der Valida. Damian hat einen grossen Bewegungsdrang. Er macht im Plusport Vorderland mit, hat schon Erfahrungen im Klettern, Judo und Segeln gesammelt. Im Winter ist er im Skiclub, der wie der Veloclub von Ivo Büsser geleitet wird.

Anfeuerungen motivieren Damian zum Überholen

Am Freitag erfüllt sich der Traum vom Sieg für Damian Solenthaler nicht, er wird Fünfter. Am Samstag startet er im Massenstartrennen verhalten, immerhin gibt’s in der Hitze fast fünf Kilometer zu absolvieren. Er kommt in seinem ersten Velorennen zu Beginn jedoch nicht richtig in den Rennmodus, später reagiert er aber auf Anfeuerungen. Damian nimmt den Ratschlag seiner Mutter zum Überholen an und verbessert sich vom fünften Platz am Vortag auf den vierten. Für die Medaille hat’s nicht gereicht, auf dem Siegerpodest darf er trotzdem jubeln.

Und Moderatorin Jeannine Borer erwähnt auf der Bühne sogar seinen Fernsehauftritt vom Freitag. Für Damian ist die Welt schnell wieder in Ordnung. Er sei zufrieden, sagt er nach dem Rennen, auch Trainer Büsser ist es. Stolz zeigt Damian nach dem Rennen das Selfie mit Christa Rigozzi, er erwähnt, dass Barnetta mit ihm geredet hat. Seine Familie ist auch vor Ort. Vater Ronny Solenthaler und Schwester Anna verteilen bei der Rangverkündigung Medaillen, Mutter Susanne Solenthaler feuert ihn am Streckenrand an, die Zurufe motivieren ihn. 

Sie freut sich mit ihrem Sohn über den sehr schönen, stimmungsvollen Anlass und die vielen positiven Erlebnisse: «Damian kann viele Dinge nicht so erleben, wie wir es tun, aber solche Sachen wie ein Fernsehinterview sind für ihn eher möglich, als das normalerweise der Fall ist.»

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