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Leserbeiträge

Corona und die Museumsmauer

Stefan Hildebrand, Lüchingen Kommentare

Ein wichtiges Recht des Schweizers ist die Meinungsfreiheit, davon wird zum Glück auch rege Gebrauch gemacht. Nur gibt sich daraus oft ein verzerrtes Bild einer Sachlage. Im Moment äussern sich in Demonstrationen immer wieder Hunderte oder auch einmal Tausende gegen die offizielle Coronapolitik. Doch davon abzuleiten, dass die lautstark Demonstrierenden einer Mehrheit entsprächen, wäre wohl eine falsche Annahme. Die grosse schweigende Mehrheit lässt sich gerne impfen und geniesst bald neue Freiheiten. Ähnlich dürfte es sich in Altstätten in Bezug auf die Frage der Mauerhöhe des Museums verhalten. Ungefähr 200 Personen machen sich bemerkbar und wollen keinesfalls eine höhere Mauer zum Museumsgarten. Es ist natürlich ihr gutes Recht, sich dafür einzusetzen. Doch zu glauben, dass sie eine Mehrheit der Einwohner Altstättens repräsentierten, ist sicherlich ebenso eine falsche Annahme. Auch hier gibt es die schweigende Mehrheit, die mit dieser Mauer, die einen geschützten Ort innerhalb des Areals ergibt, einverstanden ist und sich nicht bemerkbar macht. Warum denn auch? Aufgrund dieser Überlegungen möchte ich den Vorstand des Museumsvereins ermuntern, sich nicht beeinflussen zu lassen und bei seinem Entschluss zu bleiben, die höhere, historisch richtige Mauer zu erstellen.

Stefan Hildebrand, Lüchingen

Ketzerischer Gedanke

Da lese ich in der Zeitung im «Ortsporträt Altstätten» doch tatsächlich, dass es bis 1858 Ende Marktgasse eine Mauer gab, sprich die Marktgasse eine Sackgasse und keine Durchgangsstrasse war. Und im gleichen Moment kommt mir ein ketzerischer Gedanke: Wie wäre es denn, wenn sich die Ortsbildkommission, die sich aktuell gerade mit einem Teil der Bevölkerung um eine Mauer um den Prestegg-Garten streitet (Begründung: Historischen Hintergrund des Gartens aus dem Jahr 1788 aufwerten) mit der gleichen Leidenschaft für die Wiederschliessung der Marktgasse auf Höhe «Frauenhof» einsetzen würde? Begründung: Historischer Bedeutung der Marktgasse wieder mehr gerecht werden. Und über einen Fussgänger- und Velodurchgang liesse sich sicher auch noch diskutieren. Leider weiss ich auch, dass nicht überall mit der gleichen Argumentation vorgegangen wird – aber etwas träumen ist sicher erlaubt.

Sonja Zünd, Altstätten

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