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Marbach

Chancen und Risiken einer Inkorporation

Primarschulrat Marbach Kommentare

Nachdem die Schlussberichte der einzelnen Teilprojekte erarbeitet und auf der Homepage der beiden politischen Gemeinden Rebstein und Marbach publiziert wurden, gehen bei den einzelnen Räten vermehrt Fragen dazu ein. Insbesondere an den Primarschulrat Marbach sind vermehrt interessierte Personen getreten, die sich über Chancen und Risiken einer Vereinigung respektive Inkorporation erkundigen.

Für eine abschliessende Beurteilung ist der Zeitpunkt verfrüht, denn die Rückmeldungen des Kantons werden erst gegen Ende April / Anfang Mai in Form einer Mitteilung oder Verfügung erwartet. Darin interessiert vorab die Höhe der finanziellen Unterstützung durch den Kanton. Inhaltlich liegen die Berichte in ihrer Schlussfassung öffentlich zur Einsicht auf. Für den Bereich Schule stehen diese Beträge nicht an erster Stelle der Argumentationskette für oder gegen eine Schulzusammenführung.

Die Gründe dafür sind die ­gebundenen Ausgaben in der Höhe von ca. 90% der jeweili-gen Schulbudgets. Diese werden sich nur unwesentlich verän-dern, ganz unabhängig davon, welche Schulform künftig geführt wird. Zudem liegt es den Gemeinden fern, aufgrund einer Vereinigung finanzielle Abstriche im Bereich der Bildung zu machen. Das wäre aus Sicht der Schulbehörde eine fatale Entwicklung.

Kontroverse Meinungen selbst innerhalb der Räte

Bestimmt gibt es bei einer Schulzusammenführung Vorteile. So kann gemäss Schlussbericht beispielsweise von einem grösseren Mitarbeiterstamm profitiert werden und die Stellvertretungen an gewissen Positionen lassen sich besser bewerkstelligen. Ob diese und andere, im Schlussbericht zu lesenden Vorteile im gemeinsamen Schulbetrieb funktionieren, wie auf dem Papier dargestellt, darf hinterfragt werden. Bei einer Vereinigung müssten wohl alle Schulstandorte, aufgrund der neuen Grösse und Organisation, von ihren, heute gut funktionierenden, Abläufen abrücken. Selbst innerhalb der Räte sind die Meinungen über mögliche Auswirkungen auf die einzelnen Schulen kontrovers. Dasselbe gilt für die Schulstandorte.

Jeder kann sich selber informieren

Die Schulstandortsicherheit, das heisst, dass jedes Kind im eigenen Dorf zur Schule gehen kann, muss gewahrt bleiben. Im Konzept ist es so vorgesehen. Ob es, aufgrund von Kostenoptimierung in der Klassenplanung, mittel- und langfristig so bleibt, ist ungewiss. Abschliessend regeln kann dies nur die neue Gemeindeordnung. Diese liegt allerdings nicht in der Kompetenz der Schulen, sondern in der eines Konstituierungsrates. Zusammenfassend stellt der Primarschulrat Marbach fest, dass die Risiken für unsere gut funktionierenden Schulen gegenüber den beschriebenen Chancen einer Schulzusammenführung nicht unerheblich sind. In den kommenden ­Monaten werden von den verschiedenen Parteien und Be­hörden diverse Veranstaltungen organisiert. Also für jede interessierte Person genügend Gelegenheiten, sich über Chancen und Risiken einer Gemeindevereinigung und Inkorporation der Schulen zu informieren.

Primarschulrat Marbach