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Karl Segmüller, Leiter Unterhaltsdienste der Stadt Altstätten, zeigte Beispiele, wo die Stadt Massnahmen zur Biodiversität trifft oder Private die Initiative übernommen haben. Hier eine Vorzeige-Blumenwiese bei der Firma Eichmüller AG an der Feldwiesenstrasse.
Karl Segmüller, Leiter Unterhaltsdienste der Stadt Altstätten, zeigte Beispiele, wo die Stadt Massnahmen zur Biodiversität trifft oder Private die Initiative übernommen haben. Hier eine Vorzeige-Blumenwiese bei der Firma Eichmüller AG an der Feldwiesenstrasse. (pd)

Blumenwiesen lohnen sich – auch finanziell

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Der zweite Biodiversitäts-Workshop des Vereins St. Galler Rheintal für Mitarbeitende von Rheintaler Werkhöfen stiess wiederum auf grosses Interesse.

RHEINTAL. Die Biodiversität, also die Vielfalt von Lebensräumen, Arten und Genen sowie ihr Zusammenspiel, ist für die Natur und für die Menschen wichtig. Denn diese Vielfalt macht die Erde zu einem bewohnbaren Ort. Doch die Biodiversität ist gefährdet, denn die Verarmung der Grünflächen in der Siedlung geht rasch voran. Ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten gilt als bedroht. Das liegt daran, dass viele Grundstückbesitzer zu wenig Zeit oder keine Freude an der Gartenarbeit haben. Hinzu kommt ein spürbarer Flächenverlust durch die innere Verdichtung. Das Hauptproblem der Verarmung liegt bei der zu intensiven Nutzung und in der Überdüngung. Viele Flächen sind zu sauber, versiegelt und leblos. Wenn man also nicht will, dass unsere Lebensgrundlage dahinschwindet, muss man handeln. Deshalb nimmt sich auch der Verein St. Galler Rheintal des Problems an. Er führt Workshops für Mitarbeitende von Rheintaler Werkhöfen durch, in denen die Biodiversität in der Siedlung im Zentrum steht. Kürzlich fand wieder einer statt, der auf grosses Interesse stiess. Es ging um das Anlegen von Rabatten, um den Einsatz von Maschinen sowie um die Planung und Kostenoptimierung der Grünflächenpflege. Referenten waren die beiden Fachpersonen der Hochschule Rapperswil HSR, Thomas Oesch und Marcel Metzger, Patrick Reck von «Natur und Garten» in Rebstein, Karl Segmüller, Leiter Unterhaltsdienste der Stadt Altstätten, sowie Urs Weber vom Verein Pro Riet Rheintal, Altstätten. Im Kurs wurden Wiesentypen und deren Merkmale erläutert, um den Einfluss der Bewirtschaftung und Pflege auf Freiflächen zu dokumentieren. Die wichtigste Erkenntnis: Die Vielfalt ist massgeblich vom Schnitt abhängig. «Es kann zu früh, aber auch zu spät gemäht werden. Entscheidend ist das Absamen und das Abführen des Schnittgutes», erklärte Thomas Oesch.

Marcel Metzger zeigte, dass der jährliche Pflegeaufwand von Rasenflächen bis zu dreimal höher ist als für Blumenwiesen. «Aus ökonomischer und ökologischer Sicht macht es durchaus Sinn, Rasenflächen, die nicht als Spielrasen oder Liegewiesen gebraucht werden, in Wildblumenwiesen umzuwandeln», riet der Referent von der Hochschule Rapperswil HSR.

Nach dem theoretischen Teil im evangelischen Kirchgemeindehaus in Altstätten begaben sich die Bauamtsmitarbeiter zu Fuss auf einen Rundgang, auf dem sie sich rege unterhielten und Erfahrungen austauschten. Sie diskutierten auch über die Wahl des Saatgutes und der Maschinen. Bei acht Stationen wurde Halt gemacht, um gute Beispiele zu Biodiversität und Ökologie in Wiesen und Rabatten zu begutachten.

Zum Schluss motivierte Thomas Oesch die Teilnehmer, dass sie in Bezug auf die Biodiversität Mut beweisen. Denn wenn man etwas bewirken wolle, müsse die öffentliche Hand ihre Vorbildfunktion wahrnehmen. (ca)

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