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Thomas Oesch zeigte und erklärte, welche Pflanzen jetzt in dieser Wiese wachsen und welche dort gesät werden und blühen könnten.
Thomas Oesch zeigte und erklärte, welche Pflanzen jetzt in dieser Wiese wachsen und welche dort gesät werden und blühen könnten. (Bild: Cécile Alge)

Blühende Akzente im Rheintal setzen

Cécile Alge Kommentare

Der vierte Biodiversitäts-Workshop des Vereins St. Galler Rheintal für Werkhof-Mitarbeitende stiess auf Interesse. Der Anlass fand im Rahmen des Projekts «Grünes Band» in Oberriet statt, der Schwerpunkt lag bei der Anlage und Pflege von Wiesen und Rabatten.

Cécile Alge

Die Biodiversität, also die Vielfalt von Lebensräumen, Arten und Genen sowie ihr Zusammenspiel, ist für die Natur und für uns Menschen wichtig, weil sie unsere Erde zu einem bewohnbaren Ort macht. Doch die Biodiversität ist gefährdet, denn die Verarmung der Grünflächen in der Siedlung schreitet rasch voran. Deshalb nimmt sich der Verein St. Galler Rheintal dem Problem an und führt unter anderem Workshops für Mitarbeitende von Rheintaler Werkhöfen durch, in denen die Biodiversität in der Siedlung im Zentrum steht. Kürzlich fand wieder einer statt, der auf grosses Interesse stiess. 30 Personen nahmen am Anlass in Oberriet teil, bei dem die Anlage und Pflege von Wiesen und Rabatten sowie das Projekt «Rheintal blüht» im Zentrum standen.

Zu nass und zu kalt

Nach der Begrüssung durch ­Andreas Mathieu vom Verein St. Galler Rheintal und Rolf Huber, Gemeindepräsident von Oberriet und Präsident der Fachgruppe Siedlung und Landschaft, hielten die Anwesenden kurz Rückblick auf das Projekt «Rheintal blüht», das im Frühjahr 2016 umgesetzt wurde. Der Verein St. Galler Rheintal bediente die Bauämter mit einer Samenmischung, die Rabatten, Borde oder Rasenflächen, die nicht als Spiel- oder Liegewiesen gebraucht werden, in Wildblumenwiesen verwandeln sollten. Wie sich zeigte, fruchtete die Idee nur an wenigen Orten im Rheintal. Dies vor allem deshalb, weil der Frühling 2016 einfach zu kalt und zu nass war.

Visitenkarte werden

Nun werden die Mitarbeitenden der Bauämter in diesem Jahr einen neuen Anlauf nehmen, denn blühende Akzente bieten einerseits etwas für das menschliche Auge und tragen andererseits viel zur ökologischen Vielfalt bei. Kurzum: Das Rheintal kann so zur Visitenkarte werden. Inputs dazu gab Referent und Fachperson Thomas Oesch von der Hochschule Rapperswil HSR. Er erläuterte den Bauamtsmitarbeitenden, welche Saatmischungen sich dafür eignen und wann dann die Blumenwiesen geschnitten werden sollten, damit sich die Vielfalt richtig entwickeln kann. Oesch riet auch dazu, vermehrt Staudenmischpflanzungen an­zulegen, auch wenn diese am ­Anfang etwas aufwendiger sind. Und grundsätzlich gelte bei solchen Vorhaben: Geduld haben, denn die Natur lässt sich nicht hetzen. Und: Ohne Fleiss kein Preis. Rolf Huber, Präsident der Fachgruppe Siedlung und Landschaft, ist der Ansicht, dass letztlich jede Gemeinde selber ihren Weg finden müsse, wo und was genau gesät und gepflanzt werde.

Nach dem theoretischen Teil im Oberrieter Werkhof besichtigten die Teilnehmer zwei Beispiele im Dorf. Zum einen die kleine Wiese um die Bushaltestelle beim Werkhof sowie zwei Wiesen beim Friedhof. Beide Orte könnten mit entsprechendem Aufwand zu blühenden Blickfängen werden.

Zum Abschluss des Workshops motivierte Thomas Oesch die Kursteilnehmer, mit viel Mut mehr Biodiversität anzubieten. Die öffentliche Hand soll ihre Vorbildfunktion wahrnehmen. Bestenfalls lassen sich Private durch die Blütenvielfalt auf öffentlichen Wiesen inspirieren und ziehen nach. Erklärtes Ziel des «Grünen Bandes» ist nämlich, die Bevölkerung zu sensibilisieren und dazu zu motivieren, selber einen Beitrag zur landschaftlichen Vielfalt zu leisten.

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