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Im Frühling bei der Plattentaufe im Montlinger Black Point: Die Halle voll, die Fans begeistert, die Band heiss.
Im Frühling bei der Plattentaufe im Montlinger Black Point: Die Halle voll, die Fans begeistert, die Band heiss. (Bild: Tom Zünd)

Black Diamonds rocken Europa

Cécile Alge Kommentare

Die Black Diamonds können mit der schwedischen Rockgruppe H.E.A.T. auf Europatournee gehen und als Vorband auftreten. Eine Riesenchance, die den vier einheimischen Musikern allerdings auch einiges abverlangt.

Cécile Alge

Kopenhagen, Hamburg, Berlin, Madrid, Paris, Glasgow, London – in diesen und in elf weiteren Städten treten die Black Diamonds Ende Monat und im November auf. Sie wurden von der schwedischen Band H.E.A.T. eingeladen, diese und auch die schwedische Gruppe degreed auf Europatournee zu begleiten. «Für uns ist das ein Highlight, ein Traum! Und eine Chance, die sich so schnell nicht wieder bieten wird», schwärmt Andi Fässler von den Black Diamonds.

Fast einen Monat lang sind die drei Bands im Nightliner, also im Tourneebus, unterwegs. Dieser ist ihr Wohn- und Schlafzimmer, Rückzugsort und zweites Zuhause. Viel Zeit für Entspannung wird aber nicht bleiben, denn das Programm ist gedrängt. Fünf Konzerte pro Woche stehen auf dem Plan. Reisen, auftreten, abräumen, schlafend weiterreisen und in der nächsten Stadt wieder aufwachen. Reizvoll, anstrengend. «Wir sind uns bewusst, dass es streng wird, aber es ist ein Abenteuer, auf das wir uns wahnsinnig freuen und das wir bestimmt nie vergessen werden», sagt Mich Kehl.

Überraschte Diamonds hätten fast abgesagt

Die schwedischen Melodic-Rocker und die Rheintaler Hard­rocker haben sich bei LP-Aufnahmen im Studio kennengelernt und eine Freundschaft geschlossen, die sie regelmässig pflegen. «Wir haben uns schon oft über Auftritte und das Musikerleben unterhalten und auch erwähnt, dass wir gerne auf einer H.E.A.T.-Tournee mitreisen würden», sagt Andi Fässler, «aber als dann plötzlich per Facebook dieses konkrete Angebot eintraf, waren wir doch ziemlich überrumpelt.»

Ihnen sei klar gewesen, dass sie es fast nicht ausschlagen können, sie hätten es aber doch fast getan. Die Bandmitglieder haben ihre Ferien schon aufgebraucht, Schlagzeuger Manu Peng ist just zum ersten Mal Vater geworden und die Unkosten für die Tournee im «rollenden Hotel» schlagen doch mit mehreren Tausend Franken zu Buche. «Wir dachten zuerst, es ist nicht der ideale Zeitpunkt», sagt Andi Fässler.

Aber dann stimmte Gitarrist Andi Dee Rohner alle um. Er gab zu bedenken, dass es für so etwas keinen idealen Zeitpunkt gebe. «Und gerade weil wir schon 13 Jahre in unser Bandprojekt investiert haben, dürfen wir uns diese Riesenchance nicht entgehen lassen, sonst bereuen wir es später», sagt er. Weil sich letztlich Arbeitgeber, Arbeitskollegen und die frischgebackene Mutter kulant zeigten und sich bereit erklärten, den Black Diamonds für einen Monat den Rücken frei zu halten, kann das Abenteuer Europatournee demnächst beginnen.

Black Diamonds haben ihre neue LP getauft

Dann wird die einheimische Rockband auf grossen Bühnen stehen und dem Publikum im Vorprogramm von H.E.A.T. mit einem dreiviertelstündigen Set einheizen. Und dabei vielleicht viele neue Fans gewinnen.

Hier ist ihnen das schon längst gelungen, im Rheintal kennt fast jeder die Black Diamonds. Sie spielen oft an geselligen Anlässen, wo sie mit schrillen Glamrock-Outfits etwas fürs Auge und hartem 80er-Jahre-Rock etwas fürs Ohr bieten. In diesem Frühling haben Andi Fässler, Mich Kehl, Manu Peng und Andi Dee Rohner im Black Point ihren dritten Longplayer «Once Upon A Time» getauft und dabei das Publikum mit einer Mischung aus hartem Sound und schmeichelndem Charme verwöhnt.

Die Halle war voll, die Fans begeistert. «Wir hoffen, dass uns das auch auf der Europatournee gelingt», sagt Andi Fässler.