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Das zierliche, an und für sich hübsche einjährige Berufkraut hat sich zum bösen Eindringling entwickelt.
Das zierliche, an und für sich hübsche einjährige Berufkraut hat sich zum bösen Eindringling entwickelt. (Bild: Bert Stankowski)

Ausbreitungspotenzial

Bert Stankowski Kommentare

Es ist interessant, wie gerade durch die Druckpresse, aber heutzutage vor allem über die elektronischen Online-Medien Teufel und Engel bekannt gemacht werden. Gerade passiert, und schon ist es weltweit bekannt und verbreitet. Spuckt ein amerikanischer Politiker irgendeinen Schund raus, klick! Jeder weiss es.

Handkehrum dauerte es früher oftmals Jahre, bis gewisse Meldungen aktenkundig und realisiert wurden. So konnte sich jahrzehntelang ein Blümchen am Wegesrand vermehren, weiter und weiter in die heile Natur hinauswandern. Und jeder fand es herzig, so hübsch und ausserdem ja auch noch nützlich für die Bienen, die darauf eifrig Nektar suchten, die Samen befruchteten und damit auch zur Verbreitung beitrugen. Alles gut, alles paletti!

Dann kam der Sommer 2019, und schwupps! Das Blümchen war in aller Munde, sprich in allen Tagesmeldungen der Medien. Was war passiert, was hat den Hype ausgelöst? Die Diskussion über umweltschädigende Neophyten, sogenannte Invasive war entbrannt. Endlich beachteten die weitere Öffentlichkeit und die Kommunen das Problem der Invasoren.

Nicht nur Naturschutzclubs zupften die Eindringlinge in den Schutzgebieten aus, nun mussten Gemeindearbeiter in den Einsatz, um unerwünschte Gewächse zu entsorgen. Mit Recht übrigens, denn es war Zeit, der Situation einen Riegel vorzuschieben. Fünf vor zwölf, wie man so schön sagt.

Natürlich gibt es Gegenstimmen, verbale und wissenschaftliche Argumente dagegen und dafür. Aber im Prinzip sind wir uns einig, dass solche Pflanzen im Zaum gehalten werden müssen, da wir zur Genüge negative Auswirkungen dokumentieren können. Beispielsweise im Tessin, wo man regelrecht resigniert hat und einigen Einwanderern grosse Flächen und ganze Wälder und Hänge überlassen hat.

Wenn ich also spazieren gehe und irgendwo ein einjähriges Berufkraut, oder mehrere ausreisse, so ignoriere ich die bösen Blicke der mir begegnenden Fussgänger.

Jesus soll gesagt haben: «Denn sie wissen nicht was sie tun», ich sage: «Denn sie wissen nicht was ich tue!» Wie sollen sie auch, nicht mal meine Frau versteht mich. Einer meiner Freunde hat einmal die Samen dieses Krautes pro Quadratmeter berechnet: 500000! Denn Samen werden auch ohne Befruchtung gebildet.

Bert Stankowski

Weisslingen

www.hostako.npage.eu

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