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Heerbrugg

Schulratspräsident Walter Portmann (rechts) applaudiert den Kindergärtlern für ihre Darbietungen.
Schulratspräsident Walter Portmann (rechts) applaudiert den Kindergärtlern für ihre Darbietungen. (Bild: Maya Seiler)

Aus hässlichem Entlein wird Schwan

Maya Seiler Kommentare

Am Samstag feierten Kinder, Lehrerinnen, Eltern und Behördenvertreter die Wiedereröffnung des renovierten und erweiterten Kindergartens Weed. Es wurde gesungen, getanzt, gegessen und viel gelacht.

Maya Seiler

Kindergarten Weed, wo liegt der? Das musste auch Schulratspräsident Walter Portmann zuerst erfragen, als es 2013 um Abbruch oder Weiterbestand des kleinen Schulgebäudes ging. Dieses entsprach längst nicht mehr heutigen Normen, darum sollten die damals 15 Kinder in einen geplanten Drei- oder Vierfach-Kindergarten Blattacker wechseln. Dagegen regte sich Widerstand; die Eltern hatten Bedenken wegen des relativ langen und gefährlichen Schulwegs.

Ursprüngliche Substanz mit Augenmass renoviert

Im März 2015 entschieden sich die Stimmberechtigten, im Blattacker nur drei Kindergärten zu bauen; den Standort Reichenbündt langfristig aufzugeben und den «Chindi» Weed den neuen Anforderungen anzupassen. In den Sommerferien 2016 zügelten die Reichenbündt-Klassen in das neue Kindergartengebäude im Blattacker, dafür hielten die 15 Kindergärtler von ennet dem Bahngleis Einzug in die frei gewordenen Räume.

Gleichzeitig begannen die Handwerker mit der Weed-Sanierung. Das Konzept von Hug-Architekten sah vor, den Cha­rakter des 1955 gebauten Kinder­gartens trotz Modernisierung beizubehalten. Das alte Vordach auf der Südwestseite und die Abstellräume wurden abgebrochen. Neu entstand ein grosszügiger Raum mit integrierter Garderobe, der zum Dachgiebel offen ist und die Fachwerkträger als gestalterisches Element einbezieht. Die Gebäudehülle wurde energetisch saniert und der Spielplatz neu gestaltet.

Vor der Renovation, so Architekt Hans Peter Hug, sei der Kindergarten wegen seiner Lage «auf der falschen Seite» des Gleises und wegen sinkender Kinderzahlen ein «hässliches Entlein» gewesen. Nun gibt es aber im südöstlichen Ortsteil zunehmend mehr Kinder: «Vielleicht steht der Kiga auf einmal auf der richtigen Seite des Gleises; aus dem schwerfälligen Entlein ist ein prächtiger weisser Schwan entstanden.»

Nach den Frühlingsferien konnten die Kinder zurückkehren. Mit Liedern, dem Kehrbesen-Twist und einem Singspiel weihte die Klasse von Claudia Äberhard, Gertrud Künzler – die den Weed-Song geschrieben hat – und Lucia Weinbuch den «neuen Weed» offiziell ein.

Die Frage des Schulratspräsidenten, «Wenn Sie nochmals vier wären, würden Sie gerne in diesem wunderschönen Kindergarten Weed in den Chindi» gehen?», beantwortete sich beim Augenschein von selbst.

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