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Hin und wieder sollte man zurückschauen und über das, was passiert ist, nachdenken.
Hin und wieder sollte man zurückschauen und über das, was passiert ist, nachdenken. (Bild: depositphotos / perevalovalexey)

Aus christlicher Sicht: Faktoren der Erholung

Thomas Beerle Kommentare

Ferien sind da, um sich zu erholen. Mal etwas anderes sehen, die Seele baumeln lassen, neue Energie tanken – das tut gut. Sogar Corona kann dieses Jahr die wohlverdienten Ferien nicht verhindern.

So freut man sich auf einige Tage der Ruhe und des Friedens, abseits von der beruflichen und familiären Hektik.

Ob das Gewünschte dann eintrifft, das steht auf einem anderen Blatt. Erstens lässt sich die innere Alltagsgetriebenheit nicht per Knopfdruck abstellen. Zweitens ändern sich zum Beispiel schwierige familiäre Umstände nicht automatisch mit einem Ortswechsel. Drittens nimmt man sich selber überall hin mit.

Ferien können zu kurz sein, nicht gelingen oder gar nicht recht stattgefunden haben. Die gute Nachricht dabei: Es gibt ein Leben nach den Ferien. Mitten im Alltag kann man sich Oasen der Erholung schaffen.

Erstens: Indem man einen Moment die übliche Blickrichtung, die oft nur nach vorne geht, wechselt. Zurückschauen und über das, was passiert ist, nachdenken. Sich freuen über das, was gelungen ist. Danken für das Gute, das man erle-ben, anpacken oder erreichen konnte.

Zweitens: Indem man sich und die Mitmenschen – besonders die Familienmitglieder – nicht überfordert. Es braucht Weisheit, das richtige Verhältnis von Nähe und Distanz zu finden. Das gilt für die Ferienzeit wie für den Alltag. Genauso wichtig, wie gemeinsam etwas zu unternehmen, Zeit bewusst miteinander zu verbringen, ist es, einander freizugeben für das, was dem anderen gut tut.

Drittens: Indem man sich Zeit nimmt für das Innere. Der Prophet Jesaja in der Bibel ruft seinen Zeitgenossen zu: «Nur in Umkehr und Ruhe liegt euer Heil, nur Stille und Vertrauen verleihen euch Kraft.» Umkehr – Stille – Vertrauen – Kraft: In seinem Satz spricht Jesaja die Gottesbeziehung an. Das Nachdenken über Gott und sich selbst, das Gebet, das aus diesem Nachdenken folgt, ist eine Kraftquelle. Tragen Sie Sorge zu Ihren Nächsten, sich selbst und Ihrem Inneren. Schauen Sie dankbar zurück. Schaffen Sie sich Momente der Stille. Das ist auch zu empfehlen, wenn Sie Ihre Ferien noch vor sich haben.

Thomas Beerle

Pfarrer, Projekt Fresh X, Altstätten

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