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Widnau

Die vielen Lichter im Advent symbolisieren unsere Sehnsucht nach dem wahren Licht.
Die vielen Lichter im Advent symbolisieren unsere Sehnsucht nach dem wahren Licht. (Bild: depositphotos/ulkan)

Aus christlicher Sicht: Die Sehnsucht nach dem Licht

Paul Hoch Kommentare

Morgen Sonntag beginnt die Adventszeit. Und spätestens mit dem ersten Adventssonntag drängt sich mir die Frage auf, was ich mit dieser Zeit anfangen will oder was eben nicht.

Denn selbst, wenn ich beschliessen würde, den Advent einfach an mir vorüber ziehen zu lassen, müsste ich dafür eine Entscheidung treffen. Und auch in jenem Fall würde die Adventszeit trotzdem etwas bei mir bewirken, bin ich mir sicher.

Wie geht es Ihnen mit dem Advent? Vielleicht gehören Sie – wie ich – zu den Menschen, die ein ambivalentes Verhältnis zur Adventszeit haben. Ganz viel nervt mich an dieser Zeit. Da wäre zum Beispiel die kitschige Deko in vielen Geschäften, auf die ich gut verzichten könnte. Auch von den zahlreichen Adventsmärkten mit viel zu süssem Glühwein und nervigen Weihnachtsliedern bin ich nicht wirklich ein grosser Fan. Auch beruflich ist der Advent eine Herausforderung für mich als Seelsorger. Der Wunsch, den Menschen in der Pfarrei etwas Tiefes, Echtes mitgeben zu können, lässt meine Arbeit mitunter ganz schön anspruchsvoll werden.

Und trotzdem zieht mich die Adventszeit jedes Jahr wieder, ganz unweigerlich, in ihren Bann. Da ist ein Gefühl, eine Sehnsucht, die viel stärker ist als meine Abneigung gegen Kitsch, Glühwein und den Druck, möglichst Tiefgründiges liefern zu müssen. Doch was ist es, das mir dieses warme Gefühl beschert, wenn ich das Wort Advent höre? Das Anziehende an der Zeit ist für mich eindeutig das Licht. Es ist jenes göttliche Licht, das in den Advent quasi hinein scheint. Und ich behaupte, dass letztlich die vielen Lichterketten, die Kerzen an den Adventskränzen oder beim Rorate in der Kirche unsere Sehnsucht nach dem einen, wahren Licht symbolisieren. Es scheint so, als ob wir Menschen uns einfach nach Licht, einem Licht, das uns tief drinnen berührt, sehnen. Und das finde ich etwas Schönes und Faszinierendes. Lassen wir uns also vom beginnenden Advent in seinen Bann ziehen und uns von den vielen Lichtern ein warmes Gefühl in unser Herz zaubern.

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