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Altstätten

Die Natur beschenkt die Menschen mit ihrer Schönheit.
Die Natur beschenkt die Menschen mit ihrer Schönheit. (Monika von der Linden)

Aus christlicher Sicht: Die Qualität des Lebens erkennen

Thomas Beerle Kommentare

Wir sind beschenkt. Das ist in diesen Tagen offensichtlich.

Die Früchte an den Bäumen, die Ernte auf den Feldern, die sonnigen Herbsttage, die eine Wanderung zum Erlebnis machen, der mystischer Morgennebel über dem Riet und das sich verfärbende Laub.

Zufrieden trotz widriger Umstände

Ich bin zwei beschenkten Menschen im Herbst ihres Lebens begegnet. Zweimal reiches Leben. Die eine Person war seit längerer Zeit krank. Vieles konnte sie nicht mehr tun. Sie war stark auf die Hilfe anderer angewiesen. Doch wann immer ich sie sah: Sie war zufrieden. Trotz widriger Lebensumstände. Von Leuten, die dieser Person nahestehen, habe ich erfahren, wie sie sich immer wieder für alles bedankt. Ausdrücklich. Jeden Tag. Das hat mich beeindruckt.

Danken ohne Anspruchsdenken

Die andere Person hat in einem Spitalbett gelegen. Sie hat eine gewisse Lebensfreude ausgestrahlt. Trotz ihrer Lage, trotz des Schweren, das sie durchmachen musste. Gegen Ende unseres Gesprächs hat sie wie beiläufig bemerkt, dass sie ihrem Schöpfer immer wieder dankt. Dieser Satz ist mir haften geblieben. Die beiden Menschen waren im Gegensatz zu anderen Menschen, die ich treffe, ohne Anspruchsdenken. Wie schnell haben wir – und ich schliesse mich da ein – unsere Ansprüche: Auf einen gewissen Wohlstand, auf unsere Freiheit, auf einen sonnigen Herbst … und wir werden unzufrieden, wenn wir irgendwo eine Einbusse erleiden. Ich glaube, wir können dem entgegenwirken, indem wir das Gute und Schöne, das uns geschenkt ist, das wir trotz vielleicht manchen Einschränkungen geniessen können, ganz bewusst wahrnehmen. Und dafür danken.

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