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An beiden Rheinseiten verlaufen wichtige Verkehrsinfrastrukturen wie Holme einer Leiter parallel, wichtige Querverbindungen fehlen aber. Mit dem Blick aufs Ganze sollen nun Variantenkombinationen ausgearbeitet werden.
An beiden Rheinseiten verlaufen wichtige Verkehrsinfrastrukturen wie Holme einer Leiter parallel, wichtige Querverbindungen fehlen aber. Mit dem Blick aufs Ganze sollen nun Variantenkombinationen ausgearbeitet werden. (Illustration: Infobroschüre Agglo Rheintal)

Auftakt zur Detailplanung

Reto Wälter Kommentare

Derzeit läuft die Ausschreibung zur Zweckmässigkeitsbeurteilung des Mobilitätskorridors Mittleres Rheintal.

Bis am 6. Dezember können sich Verkehrsplanungsbüros auf die laufende Ausschreibung der Zweckmässigkeitsbeurteilung des Mobilitätskorridors Mittleres Rheintal bewerben. Erarbeitet werden sollen Varianten, die den Verkehr besser fliessen lassen. Der Planungsraum erstreckt sich dabei von Hangkante zu Hangkante, also von Hohenems bis nach Altstätten. Gefragt sind dazu Lösungen für gute Anbindungen an die Autobahn und Querverbindungen nach Österreich, nicht nur für den motorisierten, sondern auch für den öffentlichen, den Fussgänger- und Fahrradverkehr. Die verkehrlichen Auswirkungen werden für das gesamte Tal untersucht.

Im über 500 Seiten umfassenden Gesamtbericht zum Agglomerationsprogramm sind, basierend auf der Vision, über 20 Einzelmassnahmen festgehalten, die bis 2028 umgesetzt sein sollen. Das Agglomerationsprogramm Rheintal wurde dem Bund am 15. September 2021 zur Prüfung eingereicht.

Bisherige Hauptstrassen durch Siedlungen entlasten

Auch der nun ausgeschriebene Prüfungsauftrag ist dort bereits festgehalten. Bis Ende Februar sollten die Vergabeentscheide gefällt sein. Das dann ausgewählte Planungsbüro hat den Auftrag, verschiedene Varianten respektive Variantenkombinationen zu beurteilen, die dann in einem weiteren Schritt genauer beurteilt werden. Natürlich mit dem Blick auf das jetzige Strassennetz und die Konsequenzen auf die bestehende Infrastruktur. «Uns ist wichtig, dass wir mit neuen Infrastrukturen die bestehenden Hauptstrassen durch unsere Siedlungen entlasten, um dort mehr Freiraum für ÖV, Velo- und Fussverkehr zu schaffen. Und dies ohne unerwünschte Verkehrsverlagerungen», sagt Reto Friedauer, Präsident des Vereins Agglomeration Rheintal. Das Ziel sei, die Auswahl so einzudampfen, dass sich grenzüberschreitend Massnahmen herauskristallisieren: Projekte, die dann konkretisiert und umgesetzt werden können.

Im Fokus steht eine «enkeltaugliche» Verkehrsinfrastruktur, an der sich in Zukunft nicht nur einzelne Gemeinden, sondern die ganze Region ausrichten kann. Denn im inzwischen städtischen Raum auf beiden Seiten des Rheins geht es dabei auch um eine zweckmässige Raumentwicklung, die ebenfalls der Natur Rechnung trägt.

Eine Chance für den Langsamverkehr

Eine Chance ist das auch für den Velo- und Fussgängerverkehr. Diesem kommt, gerade auch mit dem E-Bike-Boom, eine immer grössere Bedeutung zu. Die Distanzen innerhalb des Tals lassen sich mit einer gut ausgebauten Veloweg-Infrastruktur teilweise sogar schneller zurücklegen als mit einem Auto, dazu natürlich viel umweltfreundlicher. Im Gegensatz zu vielen Städten ist das Radwegnetz, zumindest auf der Schweizer Sei-te des Rheins, noch zu wenig zusammenhängend. Immerhin gibt es diesbezüglich mit den beiden geplanten Velobrücken von Au nach Lustenau und Widnau nach Diepoldsau bereits zwei konkrete Projekte. Auch die werden die Planungsbüros, die sich nun an der Ausschreibung beteiligen, in ihre umfassenden Varianten einweben.

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