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Gesunde Pflanzen mit gesunden Wurzeln zeigen, dass der Boden keineswegs erbsenmüde ist.
Gesunde Pflanzen mit gesunden Wurzeln zeigen, dass der Boden keineswegs erbsenmüde ist. (Bild: Eveline Dudda)

Auch Erbsen können müde sein

Eveline Dudda Kommentare

Wenn Erbsen und Kefen schlecht keimen, serbeln und nur wenig Ertrag liefern, spricht man von Erbsenmüdigkeit.

Dafür kann es mehrere Ursachen geben, die Palette reicht von Pilzkrankheiten, über Nematoden, den Frass der Larven des Blattrandkäfers bis hin zu Nährstoffmangel, Verdichtung oder Verschlämmung.

Wer wissen möchte, ob sein Boden schädliche Krankheitserreger enthält, kann einen einfachen Test machen, der vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) entwickelt wurde. Man nimmt eine Bodenprobe mit etwa einem Kilogramm Erde und teilt diese in zwei gleich grosse Portionen. Eine Portion lässt man wie sie ist, die andere steckt man in einer Aluschale zwölf Stunden lang in den Backofen und dämpft sie bei 70 bis 100 Grad. Danach lässt man die Erde auskühlen und sät in beiden Bodenproben Erbsen ein. Wachsen die Pflanzen in den ersten vier bis sechs Wochen im zuvor erhitzten Boden deutlich besser als im unbehandelten Boden, liegt ziemlich sicher eine Erbsenmüdigkeit vor.

Das ist noch kein Todesurteil für den Erbsenanbau. Aus Forschungsprojekten weiss man, dass im guten Kompost zahlreiche Mikroorganismen vorkommen, die eine krankheitsunterdrückende Wirkung haben. Diese kann man zur Stärkung der erbsigen Widerstandskraft nutzen. Dummerweise werden mit dem Kompost aber auch viele Nährstoffe in den Boden gebracht, die die Erbse eigentlich gar nicht schätzt. Erbsen gehören ja zu den Schwachzehrern und als Leguminosen können sie mit Hilfe der Knöllchenbakterien sogar Luftstickstoff binden. Damit man einen maximalen Effekt mit minimalen Kompostmengen erreicht, bringt man den Kompost am besten ganz gezielt dorthin, wo das Samenkorn liegt. Konkret macht man mit der Hacke eine etwa fünf Zentimeter tiefe Rinne, füllt diese mit Kompost auf und sät die Erbsen direkt in den Kompost hinein. So wird das Samenkorn bestmöglich geschützt. Wenn es später aus dieser Schutzzone herauswächst, können ihm die pilzlichen und mikrobiellen Feinde nicht mehr so viel anhaben.

Zusätzlich hilft es auch, nicht zu früh zu säen: Schnell gekeimte Erbsen haben gegenüber den Krankheitserregern einen Vorsprung. Damit sie diesen halten, sollte der Boden stets gelockert und die Pflanzen je nach Bedarf gewässert werden. Möglicherweise werden die Gärtnerinnen und Gärtner davon müde, aber wenigstens nicht die Erbsen.

Eveline Dudda, Hinterforst

www.spriessbuerger.ch

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