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2,54 statt 2,44 Meter – das Tor ist zehn Zentimeter zu hoch.
2,54 statt 2,44 Meter – das Tor ist zehn Zentimeter zu hoch. (Bilder: Yves Solenthaler)

Auch das Montlinger Tor ist zu hoch

Yves Solenthaler Kommentare

Nach der Tor-Panne in St. Gallen massen Rheintaler Vereine nach – mit böser Überraschung beim FC Montlingen.

Am Sonntag wurde das Länderspiel Schweiz – Litauen mit 18 Minuten Verspätung angepfiffen, weil das Tor vor der (verwaisten) Fankurve um zehn Zentimeter zu gross war. Das Tor sei gerade noch rechtzeitig getestet worden, schrieb ein Scherzbold auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, «es muss jetzt in Quarantäne gebracht werden».

Ein Tor mit den falschen Massen – der Albtraum jedes Fussballclubs. Kein Wunder, hat der Tor-Gau (grösster an­zunehmender Unglücksfall) in St. Gallen auch Rheintaler Fussballclubs aufgeschreckt. In selten gesehener Einigkeit beschlossen deshalb die Präsidenten der meisten FCs zwischen Rüthi und Staad in einer Videokonferenz, ihre Tore zu messen.

Muss der FC Montlingen das Tor bezahlen?

Die meisten der im Hauptplatz der Vereine verankerten Tore hatten die erforderlichen Masse: Sie sind 7,32 Meter breit und 2,44 Meter hoch. Aber ein Tor fiel durch den Test: Beim FC Montlingen war ein Exemplar 2,54 Meter hoch – zehn Zentimeter höher als üblich und erlaubt. Einen Toleranzwert gibt es in den Fifa-Regeln nicht, allerdings würde eine geringe Abweichung nur schon wegen des nicht genau definierten Messverfahrens in der Praxis wohl toleriert.

Dominik Sieber, Marketingverantwortlicher des FC Montlingen, und Platzwart Jonny Stecher (von links) müssen feststellen: Ein Tor auf dem Kolbenstein entspricht nicht der Norm.

«Auch das noch», stöhnt Vereinspräsident Patrick Zäch, «jetzt müssen wir in unserem ohnehin durch Corona belasteten Budget rund 2300 Franken für ein neues Tor freischaufeln.» Das Vereinsbudget ist bereits durcheinandergeraten, weil die Einnahmen der lukrativen Vereinsanlässe fehlen, die im letzten Jahr abgesagt werden mussten. Allerdings wird Zäch zu­erst versuchen, beim Lieferanten ein Rückgaberecht zu erwirken: «Der Produktionsfehler ist offensichtlich.» Immerhin muss das Gehäuse auf dem Kolbenstein nicht innert Minuten ausgewechselt werden, wie das am Sonntag im Kybunpark der Fall war. Für das Junioren-B-Spiel vom Samstag gegen Appenzell hat der FCM eine Sondergenehmigung vom Ostschweizer Fussballverband erhalten, um die Trainingstore aufzustellen.

Platzwart Jonny Stecher ist untröstlich und sagt: «Wäre das Tor zu breit gewesen, wäre es mir beim Zeichnen der Linien bestimmt aufgefallen. Aber ich muss ja keine Linie in die Luft setzen.» Der junge Torhüter Pascal Wittwer sagt: «Ich überlegte mir im letzten Herbst mal, ob das Tor auf der gegenüberliegenden Seite des Clubhauses überhaupt der Norm entspricht. Aber ich ging dann davon aus, dass es schon stimmen wird.»

Stürmer Valdet Istrefi klagt: «Meine Spezialität sind platzierte Flachschüsse, deshalb konnte ich nicht vom höheren Tor profitieren.» Und Trainer Erik Regtop ärgert sich: «Das ist der Grund, weshalb wir unser letztes Heimspiel im Oktober gegen Ruggell mit 2:6 verloren haben, die Liechtensteiner erzielten alle vier Treffer in der zweiten Halbzeit mit Schüssen knapp unter die Latte.»

«Bei uns nur möglich, wenn sich der Platz senkt»

Aufatmen können dagegen die anderen Rheintaler Clubs, bei ihnen entsprechen beide Tore der Norm. Rüthis Präsident Urs Baumgartner sagt dazu: «Bei uns hätte das nur passieren können, wenn sich der Platz auf dem Rheinblick gesenkt hätte.»

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