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Widnau

Barbara Gerber wird als ausgebildete Facilitatorin die Gruppen leiten und erleichtert so dem Einzelnen den Zugang zur Literatur.
Barbara Gerber wird als ausgebildete Facilitatorin die Gruppen leiten und erleichtert so dem Einzelnen den Zugang zur Literatur. (pd)

An Worten wachsen mit «Shared Reading»

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Treffen, an denen gemeinsam gelesen wird, gibt es von Oktober bis März neu auch in der Bibliothek Widnau.

Shared Reading wurde 2002 in Liverpool von Gründungsdirektorin Jane Davis (The Reader) erdacht und entwickelt, um Menschen den Zugang zu Literatur zu ermöglichen. Shared Reading ist eine etwas andere Art, gemeinsam zu lesen und ruht in der einfachen Idee, Worte auf sich wirken zu lassen. Literatur wird in einer kleinen Gruppe von max. 15 Personen laut gelesen, als sinnliche Erfahrung in einem geschützten Raum – über alle kulturellen, sozialen und Altersgrenzen hinweg.

In der Weltliteratur sich selber begegnen

In der Weltliteratur begegnet man sich selbst und anderen –und erlebt, dass es wohltut und bereichert. Ein ausgebildeter Facilitator (Moderator) erleichtert den Zugang zu Literatur, sucht Texte aus, ermutigt, stellt Fragen, leitet über in das Gespräch zum Gehörten und Gelesenen und leitet so die Gruppe. Jeder kann sagen, was er denkt und fühlt. Oder schweigen und einfach nur zuhören. Es wird als geteilte Erfahrung wahrgenommen, zu der keine Eigeninitiative notwendig ist. Wer zuhört, gehört bereits dazu. 

Bibliotheken als dritter Ort

Öffentliche Institutionen wie Bibliotheken oder Gemeinde- und Jugendzentren haben heute den Anspruch, lebendige Aufenthaltsorte ausserhalb von Wohnung und Arbeitsplatz zu sein. Ein sogenannter dritter Ort. Shared Reading kann diesen Rollenwechsel hin zu mehr Offenheit, Austausch und Begegnung unterstützen, denn es werden alle Menschen angesprochen: Kein Vorwissen ist nötig, jeder Teilnehmer kann sofort einsteigen und loslegen. Die Bibliothekarin Barbara Gerber hat die vom Verband Bibliosuisse angebotene Ausbildung zum Facilitator im Herbst 2018 in Zürich erfolgreich abgeschlossen. Der theoretische und praktische Teil der Ausbildung dauerte über mehrere Monate und enthielt Coaching und Feedbacks durch den Leiter des Berliner Literaturvermittlers. Eine Session von 90 Minuten zu leiten ist strenge Arbeit und braucht viel Vorbereitung, aber das Ergebnis spricht für sich.  «Der Kontakt in der Gruppe ist immer bereichernd, inspirierend, humorvoll wie auch manchmal nachdenklich. Wichtig ist der Bezug zur eigenen Gefühlslage und der Austausch untereinander», sagt die Bibliothekarin Barbara Gerber.  

Diese Form von Literaturerlebnis wird ab dem kommenden Herbst auch im Mittelrheintal angeboten. Jeweils am Donnerstag während sechs Abenden ab 22. Oktober bis in den März von 19 bis 20.30 Uhr werden in der Bibliothek Widnau Shared Reading Sessions angeboten. Die Gruppe steht allen Interessierten offen. Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Anmeldungen werden per sofort entgegen genommen unter info@bibliowid nau.ch oder barbaragerber12@gmail.com. (pd) Barbara Gerber wird als ausgebildete Facilitatorin die Gruppen leiten und erleichtert so dem Einzelnen den Zugang zur Literatur.Bild: pd

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