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Altstätten

Jessica Thurnherr ist stolz auf ihre Badewanne und ihr gut rangiertes DAB+Radio.
Jessica Thurnherr ist stolz auf ihre Badewanne und ihr gut rangiertes DAB+Radio. (Bild: Max Pflüger)

Altstätterin auf dem zweiten Platz

Max Pflüger Kommentare

Jessica Thurnherr gewann mit einem selbst gebauten DAB-Radio einen zweiten Rang im nationalen Schüler-Wettbewerb der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG.

Max Pflüger

Die fünfzehnjährige Jessica Thurnherr besuchte bis Ende Schuljahr die Sekundarklasse S3A im Altstätter Schulhaus Feld. Unter der Leitung von Werklehrer Guido Poznicek nahm die Klasse am Wettbewerb «Digitalradio-Werkstatt» der SRG teil. Jessica Thurnherr erzielte dabei den hervorragenden zweiten Rang der Deutschschweiz.

Das Umsteigen auf DAB+ bekannt machen

Die «Digitalradio-Werkstatt» war ein Projekt der SRG für Schulklassen im Namen der Arbeitsgruppe «DigiMig», die den Umstieg von UKW auf DAB+ bis 2020/2024 vorbereitet und begleitet. Die teilnehmenden Schulklassen erhielten die elek- tronischen Bauteile zu einem digitalen Radioempfänger. Diese mussten nach Schema zusammengefügt werden, und dazu musste ein Radiogehäuse frei gestaltet werden. Pro Klasse konnten zwei Arbeiten eingereicht werden. Aus diesen wurden mittels Facebook-Voting die originellsten Designs ausgewählt. «Mit dieser Aktion wollten wir den digitalen Radioempfang bei den Jugendlichen und ihren Eltern bekannter machen, sodass künftig beim Kauf eines neuen Radios auf den DAB+Empfang geachtet wird», sagte Nik Kühne, Leiter Fachkommunikation Operationen SRG.

Das Dachbalkenradio setzt sich durch

Werklehrer Guido Poznicek griff mit der Klasse S3A die Idee auf und liess seine Schüler am Wettbewerb teilnehmen. Im Rahmen des Werkunterrichts gestalteten alle ihr eigenes DAB+Radio nach eigenen Ideen. Die Schülerinnen und Schüler gingen die Aufgabe recht fantasievoll an und gestalteten Radios in Zigarettenschachteln und selbst gebastelten, dekorativen Holzkistchen. Sogar ein Radio in einem Koffer und eines in einer alten Gitarre wurden realisiert. Der Vater von Jessica Thurnherr fand im über 300 Jahre alten Wohnhaus der Familie Thurnherr hoch über Altstätten einen schon fast antiken Holzbalken. Diesen sägte Jessica im Werkunterricht auf und höhlte ihn aus. Darin baute sie den Radioempfänger ein. Eine gefällige und schmucke Radiosäule ist das Resultat ihrer sorgfältigen Werkarbeit. Im Voting der Klasse wurde daher neben der Radiogitarre ihr Dachbalkenradio ausgewählt und bei der SRG eingereicht. Und im nationalen Wettbewerb setzte das Radio von Jessica Thurnherr mit über 300 Likes auf Facebook durch und erzielte so den hervorragenden zweiten Gesamtrang.

Am Mittwochnachmittag, 28. Juni, durfte Jessica zusammen mit zwei Begleitpersonen ins Radiostudio nach Zürich fahren. Mit dabei waren ihr Werklehrer und ihre Freundin Melanie. Nach einem Begrüssungsapéro erlebten die drei eine interessante Führung durch das Studio. Zum Schluss gab es ein Pressebild gemeinsam mit Pascal Oeschger, Steinhausen (ZG), 1. Rang, und Raphael Jost, Kölliken (AG), 3. Rang.

Aussenbadewanne als Projektarbeit

Jessica werkt und schreinert schon immer gerne. Sie ist handwerklich sehr talentiert. Bereits in der Projektarbeit im Schulabschlussjahr realisierte sie eine hervorragende Arbeit. Auf Wunsch ihrer Mutter gestaltete sie eine Aussenbadewanne mit dekorativer Holzverkleidung und einer LED-Umrandung, die Nachts die Badenden mit bunten Lichteffekten erfreut. Jessica verwirklichte die professionell wirkende Badewanne von der Idee über die Detailplanung bis hin zur Realisation selbstständig.

Heute steht die Wanne vor ihrem Elternhaus. Und wer darin badet, Jessica selbst, ihre Eltern oder ihre Schwestern Vanessa (16) und Laura (11), kann gleichzeitig die prächtige Aussicht weit hinaus über das Rheintal und in die Österreicher Berge geniessen.

Sozialen Beruf bevorzugt

Trotz ihrer handwerklichen Begabung will die sozial denkende und fühlende Schülerin aber nicht Schreinerin werden. Ihr Ziel ist es, für alternde Menschen zu sorgen. Sie tritt daher im August eine dreijährige Lehre als Fachfrau Gesundheit im Altstätter Altersheim Viva an. Jessica Thurnherr hat einen sozialen Beruf vorgezogen. Werken bleibt ihr als sinnvolle Freizeitbeschäftigung weiterhin erhalten.