rheintaler.ch

Das Wimmelbild zeigt: Es gibt viel zu tun in der Agglomeration.
Das Wimmelbild zeigt: Es gibt viel zu tun in der Agglomeration. (Bild: pd)

Agglomerationsprogramm: Jetzt sind die Gemeinden am Zug

Kommentare

Nach einer umfassenden Vernehmlassungs- und Überarbeitungsphase haben die Mitglieder des Vereins Agglomeration Rheintal an der digitalen Mitgliederversammlung von letzter Woche ihr grenzüberschreitendes Agglomerationsprogramm Rheintal zur Beschlussfassung an die Exekutiven freigegeben.

Die 22 Mitgliedsgemeinden beidseits des Rheins haben nun bis Ende Juni Zeit, das Agglomerationsprogramm Rheintal zu genehmigen. Anschliessend wird das Programm zur Abstimmung von Siedlung, Verkehr und Landschaft den Regierungen des Landes Vorarlberg und des Kantons St. Gallen zur Beschlussfassung vorgelegt, bevor es am 15. September 2021 beim Bundesamt für Raumentwicklung eingereicht wird.

Vier Jahre Arbeit

Diesem Meilenstein vorausgegangen ist eine gut vierjährige intensive Erarbeitungszeit. Mitte November 2016 wurde der Verein Agglomeration Rheintal gegründet mit dem Zweck, ein genehmigungsfähiges Agglomerationsprogramm beim Schweizer Bund einzureichen.

Im Frühjahr 2018 genehmigten die Mitglieder das gemeinsame Zukunftsbild für die Agglomeration Rheintal. Es gibt in Bild und Wort Antworten auf das Was und Wo in den Bereichen Siedlung, Landschaft und Verkehr. Es definiert die Siedlungsentwicklung, zeigt die Elemente des künftigen Verkehrssystems auf und legt bedeutende Natur- und Landschaftsräume sowie ihre Vernetzungen fest.

Aus dem Vergleich zwischen Analyse, Entwicklungstrends und Zukunftsbild wurde 2019 in den drei Bereichen Siedlung, Landschaft und Verkehr der konkrete Handlungsbedarf abgeleitet. In verschiedenen Bereichen mussten vertiefende Untersuchungen durchgeführt werden. Anhand der Ergebnisse dieser Studien konnten schliesslich 2020 die Teilstrategien und dann die Massnahmen abgeleitet werden.

Zwei Brücken im Vordergrund

Bei den Infrastrukturmassnahmen mit Antrag auf eine Teilfinanzierung durch den Schweizer Bund liegt der Fokus bei den kurzfristig realisierbaren Massnahmen im Bereich Fuss- und Veloverkehr und bei der Aufwertung der siedlungsorientierten Hauptstrassen (Lebensadern) sowie kurzfristigen ÖV-Massnahmen. Dabei gibt es zwei Schlüsselprojekte im A-Horizont (2024 bis 2028), nämlich je eine neue Fussgänger- und Velobrücke zwischen Au und Lustenau sowie zwischen Widnau und Diepoldsau.

Längerfristig (B- und C-Horizont) sind nebst weiteren Massnahmen zur Aufwertung der Strassenräume und des Fuss- und Veloverkehrsnetzes grössere Optimierungen im ÖV, Strassennetzergänzungen mit flankierenden Massnahmen und Verkehrsmanagementmassnahmen vorgesehen. Sie alle leisten ihren Beitrag zur Umsetzung des Zukunftsbilds.

Bei den längerfristig geplanten Strassennetzergänzungen handelt es sich um eine südliche und eine nördliche Verbindung der beiden Autobahnen. Bei der S18-Nachfolgelösung fällte die Asfinag 2020 ihren Variantenentscheid zugunsten der Ostumfahrung Lustenau (Variante CP). Auch im Mittleren Rheintal soll eine tragfähige Lösung für die Verbindung der beiden Autobahnen und eine gezielte Entlastung der Lebensadern erarbeitet werden. Dazu wird ein Prüfauftrag im Apgglomerationsprogramm verankert.

Der detaillierte Gesamtbericht, Kartenband und Massnahmenband sowie eine Broschüre mit einer Kurzzusammenfassung auf 8 Seiten ist auf der Website des Vereins Agglomeration Rheintal unter: https://www.agglomeration-rheintal.org/de/downloads.html aufgeschaltet.

Folge uns: