rheintaler.ch

Ägypten - Reisen während Corona

Bs Kommentare

#traveltuesday: Travel Barbie reiste eine Woche nach Ägypten. Auf Social Media hielt sie es geheim. Jetzt berichtet sie über ihre Erfahrungen.

Noch nie habe ich mich so auf die Fahrt nach Zürich, die Ankunft am Flughafen, das Boarding und das Fliegen gefreut wie vor ein paar Wochen. Diese Abläufe haben eine ganz neue Bedeutung erhalten.

Mein Verlobter und ich hatten zwei Wochen Ferien und keinen Plan, was wir machen sollten. Das Wetter in der Schweiz wurde kälter und die Tage immer grauer. Zu Hause bleiben? Unvorstellbar. Mit Ägypten liebäugelten wir schon länger, da für diese Destination keine Reisewarnung und Quarantänepflicht bestehen.

Doch jetzt in den Urlaub zu fliegen, kommt bei vielen nicht gut an. Ich wusste, mit meiner Reise würde ich auf Unverständnis stossen. Deshalb habe ich bewusst nichts darüber in sozialen Netzwerken gepostet und abgewartet, bis wir wieder sicher zurückgekehrt sind. Damit uns niemand kopfschüttelnd sagen konnte: «ich habe es dir doch gesagt».

Wie es war, in dieser Ausnahmesituation zu reisen:

Die erste Ferienwoche verbrachten wir daheim mit Ausflügen in der Umgebung und einem Herbstputz in der Wohnung. Gespannt warteten wir einen bevorstehenden Entscheid des Bundesrates ab, um definitiv zu entscheiden, ob wir verreisen sollten. Als Ägypten immer noch «frei» war und nicht auf der Liste der Risikoländer erschien, entschlossen wir uns, die Reise spontan anzutreten. Am nächsten Tag, einem Donnerstag, buchten wir den Flug und sassen am Freitagmorgen bereits im Edelweiss-Flieger und konnten es kaum fassen.

Vor der Reise
Aktuell benötigst du für die Einreise nach Ägypten einen negativen Corona-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist. Diesen musst du ausgedruckt bei der Ankunft am Flughafen vorweisen.

Die Anreise
Sowohl am Flughafen Zürich als auch im Flieger gab es keine grossen Unterschiede zu «früher». An die Maskenpflicht und das Desinfizieren haben wir uns mittlerweile gewöhnt. Im Flugzeug hatte jeder Passagier einen freien Sitz neben sich und alle hielten sich an die Regeln und Sicherheitsabstände. Es war schön zu sehen, wie die Reisenden dankbar waren, verreisen zu können und sich deshalb nicht über die «neue Normalität» beschwerten. Überrascht und beruhigt stellten wir fest, dass der Flieger gut besetzt war und wir nicht die einzigen «Rebellen» sind, die so frech waren und in dieser speziellen Zeit an die Wärme fliehen.

Die Ankunft
Auch am Flughafen in Ägypten waren wir positiv überrascht. Jeder Koffer wurde desinfiziert und alle weiteren Sicherheitsmassnahmen unterschieden sich nicht von denen zu Hause. Wir wurden bei 30 Grad und Sonnenschein mit einem «Welcome to Egypt my Friends» von unserem Fahrer begrüsst, der uns in das Hotel fuhr.

Die Buchung
Unsere Reiseberaterin des Vertrauens fand für uns das perfekte Hotel. Der Slogan «für erwachsengewordene Backpackers» ist so was von unser Ding! :-) Für die Sicherheit und zu meiner Beruhigung war es uns wichtig, den Flug über das Reisebüro zu buchen. Falls etwas schiefgehen sollte, hatten wir eine Ansprechperson, die uns hilft.

Das Hotel
Im «The Breakers Soma Bay» Hotel wurden wir mit einem «Welcome Home» begrüsst und wir fühlten uns sofort wohl. «Aktives Entspannen» erwartete uns eine Woche lang. Wir konnten das erste Mal in diesem Jahr so richtig die Seele baumeln lassen.

Am letzten Abend erlebten wir am Strand ein privates, romantisches Beduinen-Abendessen. Wir fühlten uns wie in einer Seifenblase, abgeschottet von der realen, derzeit etwas verrückten Welt.

Abreise
Der Flughafen Hurghada war praktisch menschenleer. Auch die Fahrt zum Flughafen war speziell: Wir kamen uns vor wie in der Serie «The Walking dead», alles sah so verlassen aus. Am Flughafen lief alles glatt. Es war schon etwas komisch, aber auch spannend festzustellen, dass grösstenteils Schweizer unterwegs waren und sonst kaum Menschen anderer Nationalitäten.

Fazit
Die aktuelle Lage ist gesundheitlich ernst, keine Frage. Trotzdem möchte ich dich ermutigen, deine nächste Reise zu planen, falls das Fernweh bei dir genauso stark ist wie bei mir. Die meisten Ansteckungen erfolgen nicht auf Reisen, sondern oft im privaten Umfeld. Wenn du dich also verantwortungsbewusst verhältst, die Reise gut planst und alle Sicherheitsmassnahmen befolgst, musst du trotz Corona nicht ganz aufs Reisen verzichten.

Jeder darf und soll für sich selbst entscheiden welche Risiken er eingehen möchte und welche nicht. Für uns persönlich war es die richtige Entscheidung. Nun kommen wir gestärkt, voller Energie und Vitamin D zurück in den Alltag und ich bin gewappnet für den sicherlich strengen und langen Winter in der Arztpraxis.

Folge uns: