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Abschlussprüfungen abgesagt – das sagen 3 Lernende dazu

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Lehrlingen steht die letzte Hürde ihrer Ausbildung bevor: Die Lehrabschlussprüfung (LAP). Doch wegen Corona wurden die schriftlichen Prüfungen abgesagt. Die praktischen Prüfungen sollen zwar stattfinden, in welcher Form und wann ist in zahlreichen Fällen aber noch offen. Diese Ungewissheit macht vielen zu schaffen.

Name: Jana Alter: 19 Wohnort: Eichberg Beruf: Coiffeuse bei Matrix Hair
Name: Hélène Michelle Alter: 19 Wohnort: Marbach Beruf: Detailhandelsfachfrau bei Go Poschta
Name: Lukas Alter: 19 Wohnort: Heerbrugg Beruf: Elektroniker bei libs

Eure schriftlichen Abschlussprüfungen wurden abgesagt. Was hält ihr davon?
Jana:
Bis zur endgültigen Entscheidung habe ich mich richtig ins Zeug gelegt beim Lernen, daher finde ich es schade. Es könnte sein, dass bei manchen die Erfahrungsnoten nicht genügend sind und die Abschlussprüfungen eine Hoffnung gewesen wären, den Notenschnitt anzuheben. Zum Glück wurde die praktische Prüfung nicht abgesagt. Meine vier Modelle haben ihre Haare extra für mich wachsen lassen.
Hélène: Absagen finde ich besser als verschieben. Wir alle haben es verdient, ein richtiges Diplom zu bekommen. Wir haben lange darauf hingearbeitet und es gibt viele, die schon eine neue Stelle haben. Für mich ist es kein Problem, dass die Prüfungen nicht stattfinden. Was mir hingegen Sorgen bereitet, ist die Ladenprüfung. Die muss ich mit Handschuhen, Mundschutz und der Glasscheibe an der Kasse absolvieren. Das ist mir unangenehm.
Lukas: Die Vorschriften des BAG sind während den schriftlichen Prüfungen unmöglich einzuhalten. Darum finde ich den Entscheid gut. Mir bleibt jetzt nur noch die Abschlussarbeit als praktische Prüfung. Die Präsentation wird ganz normal in einem Zimmer mit den Experten stattfinden, jedoch muss der Abstand von zwei Metern eingehalten werden.

Inwiefern belastet es dich, nicht zu wissen wie deine praktischen Prüfungen ablaufen werden?
Jana:
Es ist ein richtiges Gefühlschaos. Ich bin ziemlich gestresst, denn meine LAP findet eigentlich am 19. Mai statt, doch bis jetzt ist der Termin noch nicht bestätigt. 
Hélène: Die Ungewissheit macht mir zu schaffen, da keine fixen Daten gegeben sind und ich die Vorbereitung nicht einteilen oder planen kann.
Lukas: Seitdem die schriftliche LAP abgesagt worden ist, mache ich mir keine grossen Gedanken mehr. Gestresst bin ich nicht.

Welchen Einfluss hat das Coronavirus auf deinen Arbeitsplatz?
Jana
: Der Coiffeursalon Matrix Hair ist vom 17. März bis 27. April geschlossen. Puppenköpfe und sonstiges Übungs-Material durfte ich nach Hause mitnehmen. Die Schule findet jeden Mittwoch online statt.
Hélène: Die Arbeitszeiten im Lebensmittelgeschäft Go Poschta sind genauso wie vor dem Ausbruch des Corona Virus. Wir arbeiten jedoch in Schichten. Bei der Arbeit gibt es neu Gesundheitsmassnahmen, welche einzuhalten sind. Pflicht sind Handschuhe, die Plexiglasscheibe bei der Kasse, wir müssen Kunden auf Abstände hinweisen und es dürfen sich nur zehn Personen gleichzeitig im Geschäft aufhalten. So wurde mein Job ziemlich eingeschränkt.
Lukas: An meinem Arbeitsort hat sich nicht viel geändert. Die Projekte werden weiterverfolgt und alles läuft ziemlich normal ab. Manche arbeiten von zu Hause aus, damit nur die nötigste Anzahl Mitarbeiter im Geschäft ist. Bevor ich mit meiner Arbeit beginne, muss ich meine Temperatur messen. Eine Schutzwand zwischen mir und meinem Arbeitskollegen bietet Sicherheit und Desinfektionsmittel steht im ganzen Betrieb zur Verfügung.

Wie wird deine Arbeit nach den Lockerungen der Schutzmassnahmen weitergehen?
Jana:
Ich denke, es wird einen grossen Ansturm geben. Die Menschen werden die Arbeit eines Coiffeurs mehr schätzen.
Hélène: Im Sommer wollte ich vom Detailhandel in den sozialen Bereich wechseln. Aktuell ist es mir aber nicht möglich in anderen Berufen zu schnuppern. Deswegen werde ich weiterhin im Detailhandel arbeiten.
Lukas: Momentan befindet sich mein Betrieb in Kurzarbeit und es werden keine neuen Arbeiter eingestellt. Nach Corona wird es wahrscheinlich wieder normal weitergehen: Niemand muss Homeoffice machen, wir können die Trennwände entsorgen und die Lieferverzögerungen werden sich beheben.

 

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