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Willi Valotti mit seiner Wyberkapelle und dem Violinisten Christian Enzler.
Willi Valotti mit seiner Wyberkapelle und dem Violinisten Christian Enzler. (Bild: Christoph Gruber)

Abschied von der alten Bühne

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Am Wochenende wurde die Diogenes-Bühne an der Kugelgasse 3 zum letzten Mal in ihrer Geschichte bespielt.

Am Freitag und Samstag erlebte ein zahlreich erschienenes Publikum nochmals ein Feuerwerk der Kleinkunst: Mit dem hochkarätigen Kabarett-Duo Schön & Gut und dem wohl bekanntesten Akkordeonisten der Schweizer Volksmusik, Willi Valotti, und seiner Wyberkapelle nahm es Abschied von der Bühne an der Kugelgasse, die schon in einer Woche durch eine neue ersetzt wird.

Wortwitz und Sprachspiele am Freitag

Schön & Gut, das sind Anna-Katharina Rickert und Ralf Schlatter, sind in der Schweizer Kleinkunstszene mit ihrem poetisch-politischen Kabarett eine unverkennbare Marke. Ihr sechstes Bühnenprogramm «Aller Tage Abend» verdeutlichte, weshalb das Duo mit zahlreichen Preisen der Kleinkunst ausgezeichnet wurde: Von der ersten Sekunde an wird es dem Publikum nie langweilig, es wird zudem permanent zum Nachdenken angeregt. Die Wortsalven und Verdrehungen, die Doppeldeutigkeiten und Sprachspiele, der Witz und die unerwarteten Wendungen sind ganz grosse Kunst.

Aufs Kabarett folgtenAkkordeonklänge

Rickert und Schlatter zielen dabei nie auf einzelne Personen, wie es politische Kabarettisten in letzter Zeit mit Vorliebe tun, sondern stellen Verhältnisse und die daraus erwachsenen Ursachen an den Pranger. Sie haben eine Antenne für die Befindlichkeiten dieser Welt und breiten das mit ihrem kabarettistischen-schauspielerischen Können vor dem Publikum genüsslich aus. Es kann so weit gehen, dass einem das Lachen im Hals stecken bleibt.

Die eigentliche Derniere am Samstag mit Willi Valotti und seiner Wyberkapelle wurde zu einem glanzvollen Abend: Valotti ist wohl der bekannteste und virtuoseste Akkordeonist der Schweizer Volksmusikszene. Mit Andrea Ulrich, Gaby-Isabelle Näf und Martina Rohrer hat er sich mit drei äusserst begabten Musikerinnen zusammengetan. Dieses aussergewöhnliche Quartett, das an diesem Abend noch durch den gebürtigen Appenzeller Christian Enzler an der Violine ergänzt wurde, bot hochstehende, virtuose Volksmusik in verschiedenen Stilrichtungen. Eigenkompositionen, traditionelle und zeitgenössische Schweizer Volksmusik sowie inter-nationale Klänge wurden mit mitreissender Spielfreude, aber auch mit feinfühligen Interpretationen gespielt. Besonders die Eigenkompositionen von Andrea Ulrich zeigten das weite Spektrum zeitgenössischer oder eben moderner Volksmusik. Wie die traditionelle Volksmusik auch interpretiert werden kann, zeigte das Quartett, indem die Musikerinnen und Musiker sich abwechselnd die Instrumente in die Hand gaben und so dem Publikum eindrücklich ihre erstaunliche Vielseitigkeit offenbarten. Am Ende des Abends verabschiedete Willi Valotti und seine Wyberkapelle sich und die alte Diogenes-Bühne mit drei Zugaben.

27. November: Einweihung des neuen Theaters

Mit einem Biberli und einem Appenzeller Likör verabschiedete der Diogenes-Vorstand das Publikum aus dem Theater an der Kugelgasse. Es war der letzte Abschied. Aber bereits am nächsten Samstag, 27. November, wird das neue Theater an der Rabengasse 3 mit einem Tag der offenen Tür eröffnet. Dabei stehen den ganzen Tag bis etwa 22 Uhr eine Sonderausstellung, Gebäudeführungen, Workshops für Kinder und Erwachsene, Kindertheater und Gastspiele auf dem vielfältigen Programm. Im neuen Theatersaal sind Goran Kovacevic, das Tanztheater Rigolo mit der auf der ganzen Welt gezeigten Sanddorn-Balance, das Trio Anderscht sowie Crimer mit einer Karaoke-Show zu hören und zu sehen. Zudem spielt das Kindertheater Philothea «So ein Fest» für Kinder ab vier Jahren. Begleitet wird der gesamte Tag der offenen Tür durch eine Festwirtschaft. (pd)

Hinweis

Der Eintritt am Tag der offenen Tür am 27. November ist frei; es müssen keine Reservationen getätigt werden.

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