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Walzenhausen

1947 führte extremer Wassermangel zur zeitweiligen Einstellung des Bahnbetriebs zwischen Rheineck und Walzenhausen. Zwischen den Rädern der Wagen sind die Behälter für das Wasser deutlich zu erkennen.
1947 führte extremer Wassermangel zur zeitweiligen Einstellung des Bahnbetriebs zwischen Rheineck und Walzenhausen. Zwischen den Rädern der Wagen sind die Behälter für das Wasser deutlich zu erkennen. (Bild: Peter Eggenberger)

1947 stand die «Wasserbahn» still

Peter Eggenberger Kommentare

Die alte Walzenhauserbahn wurde nur mit dem Gewicht von Wasser in Bewegung gesetzt. Im extrem heissen und trockenen Sommer 1947 herrschte grosser Wassermangel. Die Bahn musste zeitweilig den Betrieb einstellen.

Seit 1896 ist die Bergbahn zwischen Rheineck und Walzenhausen in Betrieb. Zu Beginn waren es zwei Wagen, die mit einem Drahtseil verbunden waren, das an der Bergstation um ein Umlenkrad geführt wurde.

Zwischen den Achsen hatten die Wagen metallene Wasserbehälter mit 6000 Litern Fassungsvermögen. Vor jeder Abfahrt wurde der Behälter des talwärts fahrenden Wagens jeweils mit Wasser gefüllt, das dem Ledibach (auch Griffel- und Ruderbach genannt) entzogen wurde. Das dadurch entstandene Mehrgewicht vermochte den unteren Wagen mit leerem Behälter umweltfreundlich in die Höhe zu ziehen. In der Talstation Ruderbach wurde das Wasser abgelassen. Doch 1947 führten die Bäche kaum Wasser. Der Fahrplan musste stark reduziert werden.

Das Unternehmen Rheineck-Walzenhausen-Bahn (RhW) war damals eine eigenständige Aktiengesellschaft. Im Geschäftsbericht 1947 ist der Wassermangel das Hauptthema. Teilweise wurde die Verbindung zwischen den beiden Gemeinden mit Postautos sichergestellt.

Vor 75 Jahren war die totale Erneuerung der Bahn dem Verwaltungsrat ein wichtiges Anliegen, wurden doch bereits damals vermehrt trockene Sommer befürchtet. Die Planung einer umfassenden Sanierung wurde nun ernsthaft vorangetrieben, nahm aber einige Jahre in Anspruch.

Ein Achsenbruch besiegelte das Ende

Ab 1950 häuften sich die Pannen der Bahn. Vor allem die beiden Wagen zeigten unübersehbare Alterserscheinungen. Sich selbstständig machende Räder während der Fahrt waren keine Seltenheit – und als am 1. Mai 1958 ein Achsenbruch am talwärts fahrenden Wagen den Betrieb von einer Sekunde auf die andere lahmlegte, wurde die Bahnerneuerung zielstrebig in Angriff genommen.

Schon am 1. Dezember 1958 nahm die neue Bahn mit dem heutigen roten Triebwagen den fahrplanmässigen Betrieb auf. Heute gehört die Rheineck-Walzenhausen-Bergbahn zu den Appenzeller Bahnen.

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