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Auch im 17. Widnauer Fussballcamp ist Ulrich Knäbel (in blau-schwarzer Jacke) dabei.
Auch im 17. Widnauer Fussballcamp ist Ulrich Knäbel (in blau-schwarzer Jacke) dabei. (Bild: Beni Bruggmann)

119 Kids und ein stiller Beobachter

Beni Bruggmann Kommentare

119 Kinder geniessen im 17. Fussballcamp des FC Widnau den Umgang mit dem Ball. Sie üben und spielen. Und am Rand des Platzes steht ein stiller Beobachter – jedes Jahr, seit dem Start im 2000.

Beni Bruggmann

Auf dem Widnauer Fussballplatz herrscht in der letzten Ferien­woche Hochbetrieb. 15 Mädchen und 104 Buben sind dabei im Raiffeisen Football Camp, das MS Sports aus Rickenbach LU organisiert.

Adrian Sager leitet das Camp. «Wir spielen, wir üben, wir wollen Spass haben», sagt der Luzerner, und das glaubt man dem fröhlichen jungen Mann. Er ist vom Standort Widnau begeistert: «Ich komme gerne ins Rheintal. Die Anlagen sind Spitze, die Zusammenarbeit mit den FCW-Vertretern ist perfekt.»

Peter Knäbel leitete vor 17 Jahren das erste Camp

Vor 17 Jahren fand das erste Lager statt. Renate Sonderegger (ist heute noch dabei), Peter Schawalder und Marco Zillig fanden damals mit dem Bundesligaprofi Peter Knäbel den perfekten Leiter. Sein Bezug zum Dorf war durch die Heirat mit der Widnauerin Petra Spirig gegeben. Dank seiner Erfahrung als Spieler, seiner Ausbildung als Instruktor und seiner Fussballbegeisterung gestaltete er eine attraktive Woche. Aber Knäbel hielt nicht nur lehrreiche Lektionen, er pflegte auch die kleinen Dinge im Hintergrund. Dafür brachte er seinen Vater mit. Heute, 17 Jahre später, gehört Ulrich Knäbel noch immer zum Leiterteam.

Ulli, wie ihn alle nennen, ist 77-jährig, wohnt in Witten in Westfalen, ist pensionierter Geometer und war früher Juniorenschiedsrichter. «Widnau ist meine zweite Heimat», sagt er. «Ich mache im Camp alles, was die anderen Leiter nicht machen», lacht er, «also Essen austeilen und Pflästerli aufkleben.» Und Freunde empfangen. Viele kommen kurz vorbei, und im Gespräch mit dem munteren Er­zähler erwachen sofort Erinnerungen. In ruhigen Momenten schaut er gerne dem Treiben auf den Spielfeldern zu.

«In einem Jahr», verspricht Ulrich Knäbel, «komme ich wieder.» Und dann, an sein Alter, an die weite Fahrt und die kleinen Zipperlein denkend, fügt er an: «Hoffentlich.»