13.10.2022

Widnau: Der Gästetrainer war Schweizer Meister

Mit dem FC Lachen/Altendorf begrüsst der FC Widnau am Sonntag Gäste aus dem Kanton Schwyz im St. Galler Rheintal. Die Gemeinden Lachen und Altendorf am südlichen Ufer des Zürichsees zählen zusammen eine Bevölkerungszahl von rund 16 500 und gehören zum Bezirk March.

Von Hansueli Steiger
aktualisiert am 02.11.2022
Der FCLA ist in unserer Gegend wenig bekannt. Der Verein ist elf Jahre älter als der FC Widnau. Er wurde 1920 von ein paar Schulkollegen gegründet, damals als FC Lachen. Bereits 1933 zählte man 47 Aktiv- und 80 Passivmitglieder. Ziemlich rasch etablierten sich die Schwyzer in der 2. Liga und drangen im Schweizer Cup immer wieder weit vor. 1975 stand das erste Frauenteam des FC Lachen auf dem Platz, 1996 gewannen die Frauen die NLB-Meisterschaft. 1992 wurde die Sportanlage Peterswinkel eingeweiht und fünf Jahre später, 1997, gab sich der Club den neuen Namen FC Lachen/Altendorf. Schon längst waren Einwohnerinnen und Einwohner beider Gemeinden sehr stark vertreten, so dass eine Namensänderung angebracht erschien.Aktuell zählt der Verein fast 600 Mitglieder. Neben den Aktiven, den Senioren und einem 3.-Liga-Frauenteam gehören 28 Juniorenteams zum Club. 2019 stieg Lachen/Altendorf in die 2. Liga interregional auf. Die erste Saison wurde durch Corona nach 14 Spielen beendet, die Schwyzer standen auf Platz fünf. In der ebenfalls stark verkürzten Saison 2020/21 waren die Märchler nach zwölf Spielen sogar Tabellenzweite. Letzte Saison resultierte Rang neun.Meisterspieler ist jetzt TrainerLachen/Altendorf hat einen prominenten Trainer, dessen Name jedem FC-St.-Gallen-Fan ein Begriff sein dürfte: Ivan Dal Santo. Sieben Jahre lang – 1996 bis 2003 – stand er in fast 250 Spielen im Kader des FCSG und war auch Stammspieler jenes legendären Teams, das 2000 den Schweizer Meistertitel auf das Espenmoos brachte. Weitere Stationen des 50-Jährigen waren unter anderem Wettingen (damals noch in der obersten Liga), Winterthur, Xamax, Luzern und Wohlen. Insgesamt stehen bei Dal Santo 260 Super-League- und 122 Challenge-League-Spiele sowie elf Europacupeinsätze im Lebenslauf. Seit Sommer dieses Jahres ist er beim FC Lachen/Altendorf als Cheftrainer engagiert.Aktuell steht das Team auf dem zehnten Platz. Nach einem 3:1-Sieg im Startspiel in Adliswil ging man gegen Rorschach-Goldach 1:5 unter. Gegen Frauenfeld (3:0) und den SV Schaffhausen (2:1) gab es drei Punkte, aber seit drei Spielen haben die Märchler nicht mehr gewonnen. Der 2:3-Niederlage gegen Uster folgte eine 4:8-Schlappe gegen Wil II. Am vergangenen Wochenende erreichte man gegen Thalwil beim 0:0 wenigstens einen Punkt. Mit je drei Treffern führen Guy Loko und Fatmir Gojani die interne Torschützenliste an.Widnau drei Spiele ohne SiegWie die Schwyzer, hat auch Widnau seit drei Spielen nicht mehr gewonnen. Gegen Dardania gab es einen 3:2-Sieg, zu dem Stefano D’Amico zwei Tore beisteuerte und Torhüter Ilija Kovacic einen Penalty hielt. In Amriswil wie auch gegen Rorschach-Goldach spielte man 1:1. Torschütze war beide Male Lars Ivanusa. Am letzten Samstag verloren die Rheintaler in Adliswil 0:1 und mussten zum zweiten Mal in dieser Saison die Heimfahrt ohne Punkte antreten. Adliswil zeigte sich äusserst kämpferisch. Insgesamt verteilte Schiedsrichter Özkanli zehn gelbe Karten – sieben für Adliswil und drei für Widnau.Schon nach zwei Minuten hatte Adliswil eine gute Möglichkeit, die Ilija Kovacic entschärfen konnte. Das einzige Tor des Tages erzielte Adliswils Lorik Hasic bereits nach acht Minuten. Adhurim Gashi spielte einen genauen Ball in die Tiefe zu Sellu Koba. Dieser scheiterte zwar an Kovacic, gegen Hasic’ Schuss war der Widnauer Torhüter aber machtlos. In der Folge war Widnau bemüht, aber die Adliswiler Verteidiger waren nicht zu überwinden. Bester Mann bei der Lüchinger-Elf war Daniel Lässer. Nicht nur er wird froh darüber sein, dass er nach einem halben Jahr Verletzungspause den Tritt sofort wieder gefunden hat. Durch diese Niederlage ist Widnau in der Tabelle auf den vierten Platz abgerutscht. Definitiv Fahrt aufgenommen hat Balzers, für viele Aufstiegsfavorit Nummer 1. Verfolger Chur liess beim 2:2 bei Dardania zwei Punkte liegen.Die Widnauer hoffen gegen Lachen/Altendorf auf eine grosse Zuschauerunterstützung. Auf der Aegeten geht’s am Sonntag bereits um 11.30 Uhr los. Einerseits findet dann das Heimspiel der Zweitliga-Frauen gegen Romanshorn statt, andererseits ein Oktoberfest. Alpen-DJ Heiner bringt vor und nach dem Spiel mit seiner Musik Stimmung auf die Anlage, auf der es ein bayrisches Gastronomieangebot gibt. Besucherinnen und Besucher in Dirndl und Lederhose haben freien Eintritt.

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