23.06.2019

Tierischer Spass am Zoofäscht

Im Zoo Gnadenhof feierten Jasmin und Ralf Hutter mit Team und zahlreichen Besuchern das vierte Zoofäscht. Weil die Zahl der Tiere steigt, stehen Pläne an. Erfreulich entwickelt sich auch Hutters Sozialprojekt.

Von Hildegard Bickel
aktualisiert am 03.11.2022
Nicht etwa die flauschigen Baby-Hasen waren am Samstag der Publikumsmagnet am Zoofäscht in Eichberg. Die Schildkröten waren es, bei denen die Kinder Schlange standen. Die kleinsten Reptilien waren nur so gross wie ein Fünfliber, entsprechend vorsichtig hielten die Kinder die Schildkröten in den Händen.Im Zoo Gnadenhof kommen sich Mensch und Tier ganz nah. Auf dem grosszügigen Gelände neben der Kirche spazieren die Besucher mitten über eine Wiese wo Schafe grasen. Streicheln ist erlaubt. Das mag auch der gutmütige Bernhardiner Lucy, der bei zahlreichen Führungen mit Schulklassen zu den Stars unter den Tieren zählt.Grosser Andrang bei den Clowns und PonysJasmin Hutter staunt über die «extrem vielen Leute» am Zoofäscht. Aufgrund der durchzogenen Wetterprognosen habe sie weniger Leute erwartet. «Nun sind wir etwas überrollt worden», sagt sie und lacht. Der Organisation tat dies keinen Abbruch. 22 Helfer waren im Einsatz, beim Zoohuus gab es Platz unter Sonnenschirmen sowie Bewirtung in der Festwirtschaft.Zwei Clowns unterhielten die Kinder mit ihren Spässen. Silly und Lälla sicherten sich spielerisch die Aufmerksamkeit ihres Publikums mit ihren viel zu grossen Schuhen, dem tollpatschigen Auftreten und Singeinlagen mit einer Ukulele. Geduld gefragt war einzig beim Ponyreiten. Nicht alle erhielten Gelegenheit aufzusitzen, doch statt die Kinder zu enttäuschen, nahm sie Jasmin Hutter mit in den Stall, wo die Ponys nach dem Ausritt gesäubert und versorgt wurden.Der Verein ist gut aufgestelltPlötzlich war die Zoochefin, die auch Präsidentin des Vereins Zoo Eichberg ist, in Eile. Anlässlich des Zoofäschts stand die Hauptversammlung auf dem Programm. Doch Jasmin Hutter blieb gut gelaunt, sie konnte Erfreuliches berichten.«Wir haben ein sehr gesundes Jahr hinter uns. In Franken ausgedrückt, betrugen die Tierarztkosten nur 600 Franken bei knapp 100 Tieren.» Altershalber sind manche Todesfälle hinzunehmen. Die frei werdenden Plätze sind jedoch rasch wieder besetzt, der Zoo führt eine lange Warteliste. Neu sind Geissen aus dem Toggenburg in Eichberg. Eine Familie hatte nach einem Schicksalsschlag nicht mehr die Möglichkeit, die Tiere zu versorgen. Ebenfalls nahm der Zoo Papageien aus dem Thurgau auf, die zuvor in einer Wohngegend gehalten wurden und dort zu viel Lärm machten.Der Verein zählt momentan über 250 Mitglieder. Die Finanzlage sei gesund, sagt Jasmin Hutter, was gleichbedeutend mit einer Nullrunde sei. Gibt es einen Einnahmeüberschuss, fliesst das Geld in die Reparatur von Stallungen oder neue Projekte. Jasmin Hutter möchte ein neues Vogelhaus verwirklichen: «Die Baubewilligung ist schon da.» Jetzt müsse das nötige Geld dafür gesammelt werden.Hoffnung für SozialhilfebezügerAuch über das Sozialprojekt kann die ehemalige SVP-Nationalrätin Erfreuliches berichten. Der Zoo Gnadenhof hilft Sozialhilfebezügern, in die Arbeitswelt zurückzufinden. In Zusammenarbeit mit den Gemeinden nimmt der Zoo maximal sechs Personen auf, mit dem Ziel, die Personen wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern.«Die Erfolgsquote liegt bei 90 Prozent», sagt Jasmin Hutter. «Die Menschen blühen auf, sie erhalten Unterstützung und ei­ne Tagesstruktur. Es isch mega gfreut.» Trotz zum Teil schwie­riger Hintergründe der Betrof­fenen, die Drogensucht oder Obdachlosigkeit durchlebten. «Manche möchten am liebsten bleiben», erzählt Jasmin Hutter. «Es entstehen Bindungen zu den Tieren und zum Team.»Die Einsätze sind jedoch begrenzt und dauern vier Monate. Danach sollen die Teilnehmer des Projekts ihren eigenen Weg finden. Gelungen ist dies einem 25-jährigen Mann, der bisher keine Ausbildung vorweisen konnte. Er beginnt im August eine Lehre.

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